Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

KINO Romanze bleibt unerreichbarer Traum

eden – ein unkonventioneller Blick auf Beziehungen

Eden, eine verheiratete Frau, verfällt der „cucina erotica“ des exzentrischen Meisterkochs Gregor. Ihre platonischen Genießer-Treffen reißen beide aus ihrem gleichförmigen Alltag, und Edens Ehe blüht auf. Doch in der kleinen Kurstadt gibt es keine Geheimnisse. Als Edens Mann Xaver die „cucina erotica“ kostet, begreift er, dass er handeln muss, um seine Frau nicht zu verlieren.

Autor und Regisseur Michael Hofmann wirft in seinem Film Eden einen unkonventionellen Blick auf menschliche Beziehungen und weiht seine Zuschauer in die Geheimnisse des Zusammenspiels von kulinarischem Genuss und Liebe ein. Gewürzt mit bittersüßem Humor zeigt er, wie eine Romanze, die wunderschön sein könnte, zu einem scheinbar unerreichbaren Traum wird.

An der Seite eines großartigen Josef Ostendorf überrascht die frühere Viva-Moderatorin Charlotte Roche in ihrem Schauspieldebüt.

•Josef Ostendorf wurde 1956 in Cloppenburg geboren. Er spielt seit 1992 Theater, unter anderem in Basel, im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspielhaus in Zürich und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.

Von michael loots

Frage:

Waren Sie in dieser Woche schon im Restaurant, oder haben Sie am Herd gestanden?

Ostendorf:

Ich gehe in Berlin gerne in gute Restaurants, auch in dieser Woche war ich dort. Aber ich koche auch viel selbst, und zwar überwiegend Hausmannskost: Hühnersuppe, Braten, Rouladen. Das habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie war eine richtig gute Köchin.

Frage:

Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber Ihre Leibesfülle macht auf mich den Eindruck, Sie seien kein Kostverächter und ein prima Werbeträger für den neuen Film Eden. Aber Spaß beiseite: Wie kam es, dass Sie Regisseur Michael Hofmann zu dem Film inspiriert haben?

Ostendorf:

Ich habe ja schon zwei Filme mit Michael Hofmann gedreht. Als er das Buch zu „Eden“ schrieb, hatte das bestimmt auch mit meiner Leibesfülle zu tun. Aber ausschlaggebend für die Zusammenarbeit waren unsere tollen Erfahrungen mit den beiden anderen Projekten.

Frage:

In Eden spielen Sie den einsamen Meisterkoch Gregor, der immer neue Köstlichkeiten erfindet und sich auf diesem Wege der Kellnerin Eden nähert, sich gleichzeitig aber wieder von ihr entfernt. Mir scheint, bei aller Verzückung, eine traurige, melancholische Geschichte über die Schwierigkeit von Beziehungen. Oder ist Eden auch ein hoffnungsvoller Film?

Ostendorf:

Ich fand das Drehbuch toll. Natürlich könnte die Geschichte eine schöne „Ménage à trois“ (Anm. d. Red.: französisch: Dreierbeziehung) sein. Schade, dass der Mann dann so ausflippt. Aber das hat mit der Spießigkeit in dem kleinen Ort zu tun. Da bleibt nichts unbeobachtet. Natürlich ist die Geschichte letztlich traurig, zumal der Mann von Eden stirbt – auf zugegeben ungewöhnliche Weise. Aber es gibt auch einen kleinen Ausblick auf Versöhnung.

Frage:

Von Hause aus sind Sie ein gefragter Theaterschauspieler. Sie hatten gerade Premiere an der Volksbühne in Berlin. Was reizt Sie am Film? Direkten Kontakt zum Publikum gibt es ja nicht.

Ostendorf:

Ich sehe in der Tat meinen Anspruch als Künstler eher im Theater. Außerdem wird ein toller Stoff meistens selten verfilmt. „Eden“ ist so eine Ausnahme. Außerdem kann man als Schauspieler in der Filmbranche mehr Geld verdienen als im Theater. Allerdings muss die Qualität stimmen. Ich habe auch schon mit Sönke Wortmann gedreht und in „Bella Block“ gespielt.

Frage:

Wie war denn die Zusammenarbeit mit der jungen Charlotte Roche und vor allem auch mit dem ebenfalls aus Cloppenburg stammenden Manfred Zapatka?

Ostendorf:

Charlotte Roche ist wahnsinnig nett, eine ganz besondere Frau und begabte Schauspielerin. Sie ist entzückend. Wir sind freundschaftlich verbunden. Und Manfred Zapatka kenne ich schon lange. Wir haben erst 2004/ 2005 in den „Nibelungen“ in Worms auf der Bühne gestanden. Er war Hagen von Tronje, ich spielte den Gunther. Manfred ist ein ganz außergewöhnlicher Theater- und Filmschauspieler. Wir haben natürlich auch viel über Cloppenburg geredet.

Frage:

Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu Ihrer Geburtsstadt? Die Macher der Kino-Abo-Reihe „Der besondere Film“ in Cloppenburg würden sich freuen, wenn sie beim hiesigen Filmstart von Eden dabei wären. Gibt es da eine Chance?

Ostendorf:

Natürlich. Ich habe meine Wurzeln und meinen Hauptwohnsitz in Cloppenburg. Meine Schwester (Anm. d. Red.: Doris Ostendorf, Direktorin der Volkshochschule) wohnt ebenfalls dort. Weihnachten komme ich natürlich nach Hause, und wenn es mein Terminkalender zulässt, wäre ich auch beim Start von Eden in Cloppenburg gerne dabei. Toll wäre es, den Filmstart – voraussichtlich im März kommenden Jahres – mit einem Buffet im Kino zu verbinden.

In den Kinos ist jetzt ein filmisches Kleinod angelaufen. Der Film „Eden“ begeistert Cineasten wie Kritiker gleichermaßen. In der Rolle des Meisterkochs Gregor brilliert der Schauspieler Josef Ostendorf (50). An seiner Seite steht mit Manfred Zapatka ein weiterer Ausnahmeschauspieler. Er stammt ebenfalls aus Cloppenburg. Die NWZ sprach mit Theaterschauspieler Josef Ostendorf über seinen neuerlichen Ausflug in die Filmbranche.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden