Rastede - So muss Kirche sein: Bei der Einsegnung des Jugenddiakons Markus Kohring war die St.-Ulrichs-Kirche in Rastede „rappelvoll“ besetzt – auch mit einer großen Anzahl von Jugendlichen. Beim Betreten der Kirche spürte man sofort eine gelöste Stimmung, die sich so mancher Pastor sonntags in seiner Kirche wünscht. Lennard Schuchaert bediente souverän sein Piano. Die Auswahl der Lieder war betont modern. Zeitgemäße Musik, mit teilweise englischen Texten, ließ die Kirche „schwingen“. Schuchaert überzeugte.
Thema waren die Leidenschaften des Menschen. Markus Kohring, ein junger Mann von 27 Jahren, hat viele Leidenschaften. Seine Freunde hatten sich fünf davon herausgesucht, die er besonders pflegt. Diese fünf Leidenschaften wurden durch Symbole oder Sprache im Altarraum dargestellt. Seine Erste heißt Lina – unschwer zu erraten, wer damit gemeint ist. Seine Zweite heißt Fußball und hier speziell Werder Bremen. Die Dritte ist die Musik. Es folgen die Kultur und die Sehnsucht nach Gott. Zu allen Leidenschaften hatten seine Freunde einen passenden Bibeltext herausgesucht.
War dies für vier der Leidenschaften problemlos, so war es beim Fußball schon schwieriger und bei Werder Bremen quasi unmöglich. Bei den Briefen des Apostels Paulus an die Epheser wurde man fündig: „Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus“.
Volker Pickrun, Leiter des Ev. Kreisjugenddienstes Ammerland, hatte mit seinem Team und dem Freundeskreis um Markus Kohring die Inhalte des Gottesdienstes koordiniert. Als Predigttext hatte Dr. Sven Evers, Landesjugendpfarrer der Oldenburgischen Kirche, Jesaja 54, Vers 10 gewählt: „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen“. Ein Text, der seiner Meinung nach sehr gut zu den neuen Aufgaben des Jugenddiakons passt. „Markus Kohring gibt seine Leidenschaft für seine Aufgaben weiter und steckt die Menschen damit an. Möge er sich die Leidenschaft bei seiner Tätigkeit erhalten“, wünschte er seinem neuen Kollegen.
Beim Empfang im Gemeindehaus wurde dem Anlass gebührend noch gefeiert. Mit Comedy und Kabarett wollte man dem neuen Diakon zeigen, dass man zu ihm steht. „Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen in meiner Kirchengemeinde meine verrückten Ideen mittragen, auch wenn sie nicht immer gleich durchführbar sind“, verkündete Kohring.
