Garrel - Nun ist es beschlossene Sache: Die Garreler Pfarrkirche St. Peter und Paul bleibt, wie sie ist. Das hatte der Kirchenausschuss am Freitagabend auf einer Sondersitzung einstimmig beschlossen. Pfarrer Paul Horst verkündete in den Gottesdiensten am Wochenende die Entscheidung. Dafür wird es wohl ein neues Johanneshaus (alter Teil) geben.
„Die Ausgaben wären zu hoch geworden“, begründete Kirchenprovisor Wilfried Bunten. Mit fünf bis sechs Millionen Euro hätte der Umbau der Kirche zu Buche geschlagen – zu teuer, hatte auch ein Gespräch zwischen Weihbischof Wilfried Theising, Finanzdirektor Michael gr. Hackmann, dem Architekten des Offizialats sowie Pfarrer Paul Horst und Kirchenprovisor Wilfried Bunten ergeben. „Da bestand Einigkeit“, berichtete Offizialats-Pressesprecher Ludger Heuer auf Nachfrage der NWZ. Befürchtet wurde auch, Begehrlichkeiten bei anderen Kirchengemeinden zu wecken. Auf der anderen Seite würde der Platz – die Kirche verfügt über rund 1200 Plätze – zu bestimmten Messen sowie bei manchen Beerdigungen durchaus benötigt.
Für den Kirchenanbau hatten die Garreler seinerzeit erheblich gespendet. In der Kirchengemeinde stieß die Entscheidung auf viel Wohlwollen, wurde am Wochenende deutlich. Dem Architekten, der den Wettbewerb gewonnen hatte, wurde bereits abgesagt.
Der Architekt des Offizialats ist nun mit den Planungen für das Pfarrheim beauftragt worden. „Da wollen wir noch in diesem Jahr ran“, sagte Provisor Bunten. Denn das Haus sei deutlich sanierungsbedürftig. Gerade in der vergangenen Woche hatte es wieder einen Rohrbruch gegeben. Zwei Gruppenräume im Obergeschoss können nicht genutzt werden, weil es keinen zweiten Fluchtweg gibt.
Das Pfarrzentrum war 1975/1976 entstanden, Kosten: rund 450 000 D-Mark. Wie schon bei der Kirche hatten die Gläubigen auch hier große Eigenleistungen erbracht.
Wie teuer ein Neubau werden könnte, ist unklar. Er soll aber in etwa gleich groß werden wie das bestehende Gebäude. Nur auf ein Kaminzimmer werde man verzichten, so Bunten. Dafür soll der Architekt über eine Verbindung zum neuen Teil des Johanneshauses im Bereich der Bücherei nachdenken, um diese erweitern zu können. Die nämlich ist vom Platz her begrenzt, weist aber hohe Ausleihzahlen aus. Ansonsten sei der neue Teil in einem guten Zustand: Lediglich einige Malerarbeiten seien notwendig, sagte Wilfried Bunten.
Nicht mehr zum Zuge kommt die Raiffeisenbank Garrel. Ihr war angeboten worden, dass Pfarrheim bei einer Entscheidung pro Kirchenumbau zu kaufen. Die Raiffeisenbank hat aber einen Plan B in der Schublade, der in den vergangenen Wochen bereits verfolgt worden war, nachdem sich die Entscheidung langsam abzeichnete. Laut Bank-Vorstand Ludger Ostermann soll nun angebaut werden. Das bestehende Gebäude mit dem Anbau „intelligent“ zu verbinden, sei Aufgabe der Planer. Mit verschiedenen Architekten seien bereits Gespräche geführt worden. Der Baustart sei nicht vor Frühjahr kommenden Jahres. Auch der Bebauungsplan müsse noch geändert werden.
Die Raiffeisenbank ist im Bestandsgebäude an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen und muss schon jetzt improvisieren, um die rund 50 Mitarbeiter unterzubekommen. Auf dem ehemaligen Kindergartenglände sollen weitere Parkplätze gebaut werden. In einem weiteren Schritt könnte dort ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
Auf der Fläche sprießt derzeit bereits der Rasen. Ein Beverbrucher hatte zudem angefragt, dort eine Selbstpflücker-Blumenwiese anlegen zu dürfen.
