Oldenburg - Ein externer Interims-Manager soll der evangelischen Kirche im Oldenburger Land dabei helfen, nach dem Rücktritt des Verwaltungs- und Finanzchefs Wolfram Friedrichs die bekanntgewordenen Missstände in der kirchlichen Verwaltung zu bewältigen. Das erklärten am Dienstag Bischof Jan Janssen und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen vor der am Donnerstag beginnenden Herbsttagung der Landessynode.
Am vergangenen Freitag hatte Oberkirchenrat Friedrichs überraschend seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Zuvor waren erhebliche Missstände und ein jahrelanges Abrechnungschaos innerhalb der Kirchenverwaltung für die Stadt Oldenburg bekanntgeworden. So wurden in den vergangenen Jahren mehr als 400 000 Euro an rückständigen Kindergartengebühren nicht angemahnt.
Auf die Frage, wie es zu einer solchen Situation habe kommen können, verwies Bischof Janssen auf einen Sonderprüfungsbericht des Oberrechnungsamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in dem darauf hingewiesen wurde, dass unter anderem das interne Kontrollsystem nicht funktioniert habe. Inzwischen habe ein Projektteam damit begonnen, die ausstehenden Gelder anzumahnen. Außerdem soll die seit Jahren nicht besetzte Stelle der Leitung der Gemeinsamen Kirchenverwaltung möglichst schnell besetzt werden.
Die Synode wird sich ab Donnerstag nicht nur mit den Folgen des Friedrichs-Rücktritts beschäftigen, sondern auch Fragen der Friedhofskultur, einen Vorschlag des Oberkirchenrats zur Haushalts-Stabilisierung, eine Gesetzesänderung zur Zuweisung an die Gemeinden und den Haushaltsplan für das kommende Jahr behandeln.
Wie der Leiter der Finanzabteilung im Oberkirchenrat, Hartmut Pape, erläuterte, wird mit einem Gesamtvolumen von 84,4 Millionen Euro geplant. Erstmals werde der Haushalt nach einem neuen Verfahren, dem Doppik-System, bearbeitet. Das sei zunächst mit erheblichem Mehraufwand verbunden, ermögliche aber einen besseren Überblick über die Gesamtsituation, weil nicht nur die reinen Finanzen, sondern beispielsweise auch der Wert von Immobilien dargestellt werde.
