Varel - Der Kindergartenneubau in Varel, das Jubiläum des katholischen Kindergartens Bockhorn und des St.-Johannes-Hospitals standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der katholischen Sankt-Bonifatius-Gemeinde in Varel. Pfarrer Manfred Janßen konnte viele Gläubige und Gäste im Pfarrheim „Alte Kirche“ begrüßen.

In seiner Neujahrsansprache ging Pfarrer Manfred Janßen auf den Wertewandel in der Gesellschaft ein. „Es gibt Fehlentwicklungen, es ist traurig, wenn Menschen nur noch an Gewinnmaximierung denken. Wenn Jugendlichkeit, Fitness und Leistungsvermögen die einzigen Kriterien eines lebenswerten Lebens darstellen, dann werden Alte, Kranke und Behinderte zum gesellschaftlichen Ballast.“ Janßen fragt sich, ob es ein Gespür dafür gibt, gegen solche Trends anzugehen. In den Familien sollten soziale Verantwortung, Solidarität und Traditionen eingeübt und weitergegeben werden, und in Schulen wäre es wichtig, sich den Kindern und Jugendlichen menschlich zuzuwenden. „Schlimm finde ich es, wenn Menschen aufgrund von Modetrends beurteilt werden“, sagte er und wünscht sich eine christliche Lebenskultur aller Menschen mit den Grundhaltungen der Ehrfurcht und des Staunens, des Mitleids und der Fürsorge und des Maßhaltens in allen Dingen.

Der Vorsitzende des Pfarreirats, Andreas Runde, machte sich Gedanken zum demografischen Wandel. „Wenn wir es nicht schaffen, junge Menschen für unsere Gemeinde zu gewinnen, dann wird unsere Gemeinde in 20 Jahren zur Bedeutungslosigkeit verkümmert sein.“ Das klinge recht pessimistisch. „Aber wir sind auf einem guten Weg.“ Als Beispiel nannte er die neue erfrischende Kirchenmusik durch den neuen Organisten Sören Suhr. „Solch eine Begeisterung und solch ein Leben habe ich schon lange nicht mehr in der Kirche erlebt.“ Kirchenprovisor Günther Kruse berichtete von der wegen schwerwiegender Mängel stillgelegten Glockenanlage in Zetel. „Daraufhin wurden alle Anlagen überprüft und diverse Mängel festgestellt.“ Nach dem erfolgreichen Kindergartenneubau in Varel wird sich der Kirchenausschuss nun diesen Herausforderungen widmen.

Zwischen den Ansprachen gab es musikalische Darbietungen von Sopranistin Beatrix Mosqueda-Steinhoff, die von der „Tukul-Hilfe“ für äthiopische Waisenkinder bekannt ist. Ihr Gesang wurde durch Friedemann Schmidt-Mechau am Klavier begleitet.