Sande - Auch wenn das evangelische Gemeindehaus an der Hauptstraße 72 in Sande rege genutzt wird – so voll wie am Sonntag war es selten. Zum 50-jährigen Bestehen des Hauses hatte die Kirchengemeinde zum Empfang eingeladen und das Haus platzte aus allen Nähten. Im großen Saal war kein Platz mehr zu finden trotz offener Türen zum Flur, in dem ebenfalls Tische und Stühle aufgestellt waren. Dargestellt wurde neben der Historie auch das bunte Leben im Haus. Gleichwohl hängen dunkle Wolken über der Begegnungsstätte: die Finanzen reichen nicht.
Vor dem Empfang hatte es einen Festgottesdienst in der St. Magnus-Kirche gegeben. Pastor Gerd Pöppelmeier sprach über „lebendige Steine im geistlichen Hause Gottes“. Im Gemeindehaus begrüßte er dann gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats Rüdiger Kakuschke die Besucher, darunter auch Ingeburg Toelstede und Gretel Lehmann, die sich noch an die Bauarbeiten erinnern können, sowie Focke Gerdsen von der Bauabteilung des Oberkirchenrats, der für das Genehmigungsverfahren mit zuständig war.
Im Anschluss folgte eine bunte Palette von Aufführungen, Hartmut Siefken aus dem Gemeindekirchenrat führte durchs Programm. Die Darbietungen stellten die Vielfalt des Lebens im evangelischen Gemeindehaus dar. Rund 150 Ehrenamtliche sind das ganze Jahr über im Einsatz. Bürgermeister Stephan Eiklenborg bezeichnete das Gemeindehaus als „Hotspot des Ehrenamtes“, das Haus sei eine attraktive Möglichkeit für Anlässe und Veranstaltungen ohne die die Gemeinde wesentlich ärmer wäre. „Wenn kirchliche und politische Gemeinde zusammenarbeiten, wird dies den maximalen Nutzen für alle Beteiligten ermöglichen“, so Eiklenborg.
Kreispfarrer Christian Scheuer berichtete über die noch junge Tradition der Gemeindehäuser, die manche für eine vorübergehende Erscheinung hielten. Die flächendeckende Einrichtung von Gemeindehäusern sei möglicherweise wirtschaftlich nicht mehr länger tragbar.
Gleichwohl müssten Häuser wie das in Sande, das sich unter anderem wegen seiner günstigen Lage als regionales Veranstaltungs- und Begegnungszentrum entwickelt habe, erhalten bleiben, so Scheuer. Das aber wird schwierig, weil laut Synodenbeschluss als Grundlage zur Bezuschussung ausschließlich die Zahl der Gemeindemitglieder herangezogen wird. Dazu r hat die Gemeinde Sande eine Eingabe beim Oberkirchenrat eingereicht. Scheuer regte zudem Zusammenarbeit zwischen Kommune, Vereinen und freien Trägern an, um gemeinsame Raumnutzungskonzepte zu vereinbaren, die allen Seiten nutzen.
