KIRCHHATTEN - KIRCHHATTEN/PB - Einen farbenprächtigen und mitreißenden Folklore-Sommerabend mit Volkstänzen aus Bulgarien, Rumänien und Mazedonien erlebten über 250 begeisterte Besucher des „Gartenkulturmusikfestivals“, das vom Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen am vergangenen Sonnabend in der Gemeinde Hatten angeboten wurde. Aufgrund ungünstiger Wetterprognosen wurde die Veranstaltung kurzfristig vom idyllisch gelegenen „Russischen Dorf“ ins Hatter Rathaus verlegt, dessen Saal und Foyer durch eine Bilderausstellung sowie durch die Präsentation historischer Kleidungsstücke und alter Musikinstrumente ein stimmungsvolles Ambiente bot.
Bürgermeister Helmut Hinrichs zeigte sich stolz darauf, mit den Musikern und Tänzern aus dem „Russischen Dorf“ exzellente Kulturträger in der Gemeinde zu haben. Er dankte Anja und Bernd Lüers als Initiatoren und Chorgründer für ihr beispielloses Engagement und ihr humanitäres Wirken zugunsten Not leidender Menschen in den Balkanrepubliken.
Anja Lüers, die bereits mit dem russischen Musikensemble „Kalinuschka“ große Erfolge feiern konnte, erfreute die Konzertbesucher durch den Auftritt des neu zusammengestellten Vokalensembles „Nedelja“ mit einer Premiere. In der jeweiligen Landessprache sangen die in Originaltrachten gekleideten deutschen Frauen Volkslieder aus Bulgarien, Rumänien und Mazedonien. Neben „Nedelja“ sang und tanzte das Folklore-Ensemble „Bela Rada“, musikalisch begleitet von Gyula Varga, der zum Auftakt mit seiner Geige brillierte und von Martin Junghans am Klavier begleitet wurde. Sie spielten die „Scenes de la Csarda“ von Jenö Hubay, rumänische Volkstänze von Bela Bartok, ungarische Tänze von Johannes Brahms und das Lied der „zwitschernden Lerche“.
Mit Bernd Lüers zeigten auch alle anderen Musiker ihre Vielseitigkeit an verschiedenen Instrumenten, die sie zum Einsatz brachten. Mit der Zymbal, einem Schlaginstrument, der mazedonischen Sackpfeife Gaida, dem Tapan, einer Trommel, die beidseitig geschlagen wird, einer historischen Trichtergeige (mit Trompetenansatz), Tambura-Instrumenten, der Cobsa-Laute und der Taragota (der besonderen Form einer Klarinette) zauberte das Folkloreensemble „Bela Rada“ Originalklänge aus dem Balkan in das Rathaus. Sänger, Instrumentalisten und Tänzer wurden vom begeisterten Publikum mit lang anhaltendem Beifall bedacht.
