KIRCHHATTEN - Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee zog am Mittwochnachmittag durch die neuen Räumlichkeiten der Gemeindebibliothek Kirchhatten. Bei der ersten Auflage des Erzählcafés vom Seniorenservicebüro des Landkreises und der Volkshochschule Hatten und Wardenburg war der Kaffee nicht nur das passende Getränk zum Kuchen. Er war auch Thema der Erinnerungen und im Gedächtnis verborgenen Geschichten, die die Teilnehmer austauschen wollten.
Passend zum Motto Röstfrisch oder Muckefuck als Mutter den Kaffee noch selber röstete hatte Dozentin Petra Janssen Kaffeemühlen mitgebracht, alte Tassen und Kannen und andere Kleinigkeiten, die bei den Teilnehmern schnell Erinnerungen weckten. Etwa an grüne Kaffeebohnen aus Care-Paketen, die tatsächlich noch selbst geröstet werden mussten. Dazu kam eine Pfanne mit einem Rührwerk auf den Ofen. Es musste die ganze Zeit jemand dabeibleiben und rühren, damit der teure Kaffee nicht verbrannte, erinnerte sich ein Teilnehmer. Echter Bohnenkaffee war selten in der Nachkriegszeit, oft wurde er mit Getreidekaffees gestreckt oder ganz ersetzt. Fast alle Gesprächsteilnehmer in der Diskussion erinnerten sich auch daran, dass der Kaffeesatz früher durchaus mehrfach aufgebrüht wurde.
Egal ob mehrfach aufgebrüht oder gestreckt, oft war der Kaffee so dünn, dass man das Muster auf dem Boden der Tasse problemlos erkennen konnte, Bei uns hieß das dann Blümchenkaffee, erinnerte sich eine der Teilnehmerinnen.
Alte Erinnerungen wecken soll das Erzählcafé künftig an jedem 3. Mittwoch im Monat, jeweils von 15 bis 17 Uhr in der Bibliothek. Neben Dozentin Petra Janssen freute sich auch Bibliotheksleiterin Heidi Evers über die erste größere Veranstaltung in den neu eröffneten Räumen. Sie will bald ihre eigenen Lesestunden wieder aufnehmen, hofft aber auch auf weitere Ideen für neue Projekte.
