KIRCHHATTEN - Zu einem informativen Filmabend hatte der Vorstand der Bürgerinitiative „Gentechnikfreie Region Landkreis Oldenburg“ in das Gesellschaftshaus „Zum Deutschen Hause“ eingeladen. Gezeigt wurde der Film „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ von Bertram Verhaag, der derzeit in zahlreichen Kinos in Deutschland läuft.
Der Film erzählt die Geschichte der beiden führenden Molekularbiologen aus Schottland (Dr. Árpád Pusztai) und Kalifornien (Dr. Ignacio Chapela), die die kritischen Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung veröffentlicht haben. Daraufhin verloren sie ihre Arbeit und wurden durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs persönlich ruiniert. Die Besucher erfahren vom Mut der Wissenschaftler und ihrem Verantwortungsgefühl der Öffentlichkeit gegenüber, die sich bereits seit Jahren unwissentlich von genmanipulierter Nahrung ernährt.
Der Film soll deutlich machen, dass 95 Prozent der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur fünf Prozent dieser Wissenschaftler seien noch unabhängig. Die große Gefahr für die Meinungsfreiheit und Demokratie soll damit offensichtlich werden.
„Kann die Öffentlichkeit Wissenschaftlern noch trauen?“, fragen sich Gertrud Hennes von der Bürgerinitiative und Frank Poppe vom Bündnis Mensch, Umwelt und Tier im Landkreis Oldenburg. Die Bürgerinitiative sieht dringenden Handlungsbedarf und möchte, dass der Landkreis eine gentechnikfreie Region wird mit einem Gebiet, in dem die Eigentümer, Nutzer und Bewirtschafter der land- und forstwirtschaftlichen Flächen wissentlich keine gentechnisch veränderten Kulturen verwenden. Der Landkreis Oldenburg verfügt über eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 65 187 Hektar und 20 300 Hektar Waldfläche. Die Bürgerinitiative strebt an, dass mindestens zwei Drittel der Flächennutzer eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben.
