KIRCHHATTEN - Die 16-Jährige brachte sich das nötige Wissen selbst bei. Das Angebot ist nun aktueller.
von anja rohde
KIRCHHATTEN - „Herzlich willkommen! Sie sind Besucher Nummer 3470“ ist auf der Internet-Startseite der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hatten zu lesen, und der Zähler bewegt sich immer weiter. „Ich merke, dass der Zugriff sprunghaft nach oben gegangen ist, da die Seiten nun sehr aktuell sind“, sagt Pfarrer Jürgen Menzel. Und dafür sorgt Svenja Huntemann, die den Auftritt der Gemeinde im Netz seit etwa Mitte Juli pflegt.Einiges hat sie übernommen, anderes neu eingestellt: Beispielsweise die Sparte „Presse“, in der nun Artikel und Berichte über die Gemeinde nachzulesen sind. Ebenfalls neu sind die Pfarrgemeindebriefe, die die 16-jährige Gymnasiastin erst kürzlich online gestellt hat. Wer in ihnen „schmökern“ möchte, kann dies, indem er auf die abgebildeten Titelumschläge klickt und von dort aus weitergeleitet wird. „Gut angekommen“ sei vor allem die neue Seite „Gemeinde“. „Da hat es viele positive Rückmeldungen gegeben. Die Seite ist noch nicht ganz fertig gestellt. Aber bereits jetzt gibt es Fotos und allgemeine Informationen über die Kindergärten, Chöre und vielen anderen Gruppen in der Gemeinde“, sagt Svenja.
Am Anfang habe der Aufbau und die Pflege des Internetauftritts viel Zeit in Anspruch genommen. Etwa 20 Minuten in der Woche plant sie für die Betreuung des virtuellen Auftritts ein, „wenn neue Daten und Fotos rein kommen“, sagt sie. Das nötige Wissen dazu hat sie sich angeeignet, als sie ihrer Mutter über die Schulter schaute, die sich selbst eine Homepage erstellt hatte. „Ansonsten habe ich mich selbst rein gemuddelt“, sagt sie. Tipps und Hilfe findet sie im Internet. „Von meinen Freunden kennt sich damit auch keiner wirklich aus. Aber die Seiten fanden sie gut“, weiß sie.
Seit Sommer 2003 hat die Kirchengemeinde ihren eigenen Internetauftritt. Eingerichtet wurde er von Jurkea Morgenstern und Hans Kolle aus Oldenburg. „Freunde von mir“, sagt Pfarrer Menzel. Kirchenrechnungsführerin Brigitta Pietsch übernahm, bis sie aus Zeitmangel die Aufgabe abgeben wollte. Svenja hörte davon und bot ihre Hilfe an. „Wenn ich abends online bin und mit Freunden chatte, kann ich mich ohnehin darum kümmern“, betont sie, dass sich die ehrenamtliche Arbeit gut in ihren Teenager-Alltag einpassen lässt. Auch für ihre Hobbys, den Paartanz und den Pferdesport, bleibt genug Zeit. Allerdings weiß sie auch Grenzen zu setzen: Als jemand anregte, die auf der Startseite stehende Jahreslosung durch eine Wochenlosung zu ersetzen, winkte sie ab. „Das wäre ein bisschen viel geworden“, sagt sie. Pfarrer Menzel ist mit dem Auftritt mehr als zufrieden: „Die Leute merken, was die Kirchengemeinde alles macht. Das sind eben nicht nur Gottesdienste.“
