KIRCHHATTEN - New York, Washington, Montreal, aber auch Paris, London und viele Städte in der Bundesrepublik – an all diesen Orten war das „Duo Bozza“ bereits zu Gast. Doch trotz dieses Welterfolges blieben Flötist Andreas Evers und Gitarrist Stephan Schäfer auch Hatten treu:

Zum Ausklang des Frühlings-Kulturwochenendes, begeisterte das Duo mit Unterstützung von Jürgen Gebert, der durch zahlreiche Leseabende, Hörfunk- und Theaterproduktionen bekannt ist, am Sonntag das Publikum.

Der Abend im Rathaus in Kirchhatten stand unter dem Motto „Victor Hugo: Notizen von einer Rheinreise (1840) zu Musik seiner Zeitgenossen“.

Die Kombination aus Literatur und Musik war für viele der Besucher etwas Neues, stieß aber von Beginn an auf großen Zuspruch. „Ich bin sehr positiv überrascht“, sagte Christel Mergelmeyer. „Ich finde, dass diese klaren Klänge äußerst angenehm sind und großen Charme besitzen.“ Ihr Mann Ulli konnte ihr da nur beipflichten, war aber ein wenig enttäuscht darüber „dass nur recht wenige Besucher hier waren.“

Der kleine Kreis tat der Qualität der Veranstaltung jedoch keinerlei Abbruch. Die Musiker freuten sich, „zum dritten Mal in Hatten gastieren zu dürfen“ und Sprecher Jürgen Gebert war dankbar für „aufmerksame Zuhörer.“ Für das Lesen, findet er, sei es sogar einfacher, wenn das Publikum überschaubar ist.

Die Texte für diesen Abend hatte Andreas Evers ausgewählt und mit Victor Hugo einen der größten französischen Schriftsteller „zu Wort kommen lassen“. Bei der musikalischen Untermalung erklangen allerdings weniger bekannte Töne, unter anderem von Johann Baptist Gänsbacher oder Kaspar Fürstenau.

Geprobt wurde der Ablauf vor diesem Abend nicht ein einziges Mal. Sowohl Gebert als auch die Musiker hatten sich Notizen in ihre Noten bzw. den Text gemacht, um einen reibungslosen Ablauf im steten Wechsel zwischen Text- und Klangpassagen zu erreichen. „Das Zusammenspiel von allen war einzigartig“, schwärmt Ingo Carstensen. Der leidenschaftliche Gittarist war aus Stuhr angereist, um „das Gitarrenspiel zu hören“.

Auch Bürgermeisterin Elke Szepanski, die den Abend eröffnete, war „beeindruckt“ und „sehr zufrieden mit dem Ablauf, auch wenn es ein größeres Publikum hätte sein können.“