KIRCHHATTEN - Ein weiterer musikalischer Hochgenuss wurde nach dem Orgelkonzert in der St.-Ansgari-Kirche (die NWZ berichtete) am Sonntagabend im Kirchhatter Rathaus durch das Corda-Trio aus Oldenburg geboten. Eingebunden in das Konzert war die Eröffnung der Gemäldeausstellung von Ulla Britta Nagler aus Berne. Bürgermeisterin Elke Szepanski freute sich über den Auftritt der am Oldenburger Staatstheater engagierten Interpreten konzertanter Kammermusik sowie Salon- und Kaffeehausmusik und stellte die Solisten Wlodzimierz Jasionowski (Klavier), Jan Rynkiewicz (Violine) und Vladimir Knaus (Cello) vor.

Jasionowski erhielt als „Wunderkind“ am Musikkonservatorium seiner Heimatstadt Warschau eine musikalische Früherziehung in den Fächern Klavier- und Musiktheorie, studierte an der Musikakademie Warschau, war ab 1977 Meisterschüler an der „École de Musique“ in Paris und hat 1982 ein Engagement als Korrepetitor und Solopianist am Oldenburgischen Staatstheater angenommen.

Rynkiewicz wurde in Lodz geboren. Am dortigen Konservatorium absolvierte er die Meisterklasse im Fach Violine, spielte im Kammerorchester „Pro Musica“ und war 1. Geiger am Rundfunkorchester sowie Violinist im Opern- und Philharmonie-Orchester der Stadt. Seit Ende der 70-er Jahre ist Rynkiewicz Vorspieler der 1. Geigen im Oldenburgischen Staatsorchester.

Knaus studierte an der Kunsthochschule in Ufa/Russland. Ab 1982 arbeitete er dort als Cellist des Philharmonischen Streichquartetts. Nach dem Kunsthochschulabschluss im Jahre 1985 war er Dozent an der Kunsthochschule in Ufa und seit 1989 gleichzeitig erster Solocellist des Kammerorchesters Baschkiria. Seit 1991 lebt er in Deutschland, ist Pädagoge an der Musikschule Hefata in Bremen sowie Cellist in verschiedenen Ensembles.

Nachdem sich zunächst Jasionowski in Variationen über Kinderlieder vorstellte, brillierte das Trio mit der Rhapsodie „Mysterio“, einem Frühlingsgruß und der musikalischen Wiedergabe eines Streites zwischen Eheleuten mit dem Titel „Arcata insu“.

Nach der Pause brannten die Musiker geradezu ein Feuerwerk bunter und beschwingter Melodien ab. Kaffeehausstücke wie der „Miniature Viennese Marche“, das „Salut d’Amour“, ein argentinischer Tango und die Zigeuner-Romanze „Janosch“ wurden ebenso wie der Foxtrott „I got Rhythm“, ein Rumba-Potpourri oder der „Danse Rituelle de Feu“ mit frenetischem Applaus begleitet.

„Die schwere Kunst des Leichten“ ist der Titel einer Ausstellung von 27 Gemälden, die Ulla Britta Nagler aus Berne jetzt im Rathaus der Gemeinde zeigt. Die Eröffnung erfolgte in der Konzertpause durch Bürgermeisterin Szepanski, die den künstlerischen Werdegang der freischaffenden Malerin beschrieb. Das handwerkliche Rüstzeug habe sie sich bei Reintraut Dietrich in der Elsflether Studiengruppe, bei Professor Valenta in Düsseldorf und bei Inge Röpke in Bremen erworben. Die Ausstellung kann noch bis zum 16. Mai während der Öffnungszeiten des Rathauses montags bis freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 14 Uhr bis 17 Uhr betrachtet werden.