KIRCHHATTEN - KIRCHHATTEN/PB - „Einen flotten und amüsanten Abend haben wir erlebt“, bilanzierte am Dienstagabend Bibliothekarin Heidi Evers im Namen der Teilnehmer des Literaturkreises Kirchhatten und bedankte sich nach einer fast zweistündigen Lesung bei Dieterfritz Arning für seinen lebendigen Vortrag. Der Autor aus Oldenburg rezitierte aus seinen Büchern „Tiden-Hub“, „Auffrischender Wind“, „Widerspiegelungen“ und „Max Kanter, ein toter Konsul und andere Leute“. Er erfreute im „Café Ansgari“ in Kirchhatten seine aufmerksamen Zuhörer, zu denen auch Bürgermeister Helmut Hinrichs gehörte, mit kurzweiligen Geschichten und spaßigen Anekdoten, die oft auch eine bissige oder sarkastische Note enthielten.

In seinem ersten Band „Tiden-Hub“ bietet er Einblicke in das Leben eines Polizisten, in seinem zweiten Werk „Auffrischender Wind“ vertieft er die Schilderungen der Titelfigur „Fred“ und lässt auch autobiografische Kindheitserinnerungen miteinfließen. Schauplätze seiner Geschichten sind seine Heimatstadt Oldenburg und das Rheiderland, Münster, Berlin, die Bodenseeregion und sogar das Zentralmassiv in Frankreich.

Die Gesellschaftssatire „Max Kanter, ein toter Konsul und andere Leute“ ist nach den maritimen Erzählungen unter dem Titel „Widerspiegelungen“ das vierte Buch von Dieterfritz Arning, das er bei seiner Lesung vorstellte. Hier beschreibt er das Journalistenmilieu und schildert den Weg eines sympathischen Bildreporters bis hinauf in die Chefetage. Es gelingt dem Autor in seinen Einzelgeschichten immer wieder, gesellschaftliche Zusammenhänge mal augenzwinkernd humorvoll, mal satirisch zu schildern und Ereignisse mit einem für den Zuhörer oft unerwarteten Ende ausgehen zu lassen.

Nicht ohne Schmunzeln erklärt Arning, dass die Namen seiner Phantasiefiguren mit bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft nichts zu tun haben und Ortsnamen bewusst manipuliert wurden, um Rückschlüsse auf sein eigenes Erleben kategorisch auszuschließen. Er liebt das Spiel mit Worten und deckt in seinen Geschichten mit Nachdruck und erhobenem Finger gerne den gravierenden Unterschied zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ auf.

Die Kirchhhatter Literaturfreunde spendeten großzügig Applaus, so dass Dieterfritz Arning zu einer Zugabe in bestem „Rheiderländer Platt“ aus seinem noch unveröffentlichten plattdeutschen Büchlein bereit war.