KIRCHHATTEN - KIRCHHATTEN/SO - Zu einer besonderen Premiere hatte die Gemeinde Hatten am Sonntagvormittag in das Rathaus nach Kirchhatten eingeladen: Präsentiert wurden die Arbeiten des Malers und Grafikers Hans Eisermann aus Klosterseelte und des Komponisten Erhard Kuhn aus Bremen. Das Duo hat den Versuch unternommen, Malerei und Musik in einer Symbiose verschmelzen zu lassen, um dadurch dem Betrachter zum optischen Eindruck auch ein Hörverstehen zu vermitteln.

Leider konnten beide Künstler an der Ausstellungseröffnung, zu der Bürgermeister Helmut Hinrichs Kunstfreunde aus der Region begrüßte, nicht teilnehmen, so dass Sohn Markus Eisermann die Präsentation übernommen hatte und das Publikum in die Thematik einführte.

Nach Auffassung des Malers sollen seine abstrakten Bildwerke durch die gleichzeitige akustische Begleitung eine ganz neue Dimension des innerlichen Sehens – des Sehens „mit der Seele und mit dem eigenen Gefühl“ – erhalten, so dass der Betrachter seine Werke „mit den Augen hören und mit den Ohren sehen“ könne.

Zu den zehn präsentierten Ölgemälden hat der Bremer Komponist Erhard Kuhn in einer eigenen Betrachtungsweise seine Eindrücke durch elektronische Tonstrukturen umzusetzen versucht. Jeweils auf ein Bild bezogen schuf der Musiker so sphärische Klangkompositionen, die jeweils fünf Minuten lang auf Betrachter und Zuhörer einwirkten.

Das Echo beim Hatter Publikum war jedoch sehr unterschiedlich: Einige Kunstfreunde zeigten sich sehr beeindruckt, andere waren von den intensiven musikalischen Eindrücken aber überwältigt oder sahen sich sogar überfordert, sie in der Folge und Intensität zu verarbeiten. So wurde vereinbart, in einer zeitlich verkürzten Form weitere Bilder mit ihren Klangformen zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Einige Besucher freuen sich nun auf die Anwesenheit der Künstler an den nächsten Sonntagen und wollen die Gelegenheit nutzen, mit ihnen in einen Dialog zu treten.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai zu den Öffnungszeiten des Rathauses montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Die Musik zu den Bildern wird dann über Kopfhörer zu erleben sein.