KIRCHHATTEN - Vier Zeilen in einer alten Handschrift sind es die belegen, dass Kirchhatten in diesem Jahr seinen 1150. Geburtstag feiern darf. Der Ort wird im Jahre 860 erstmals urkundlich als „Hahtho“ genannt: Kirchhatten zählt damit zu den ältesten Geestdörfern des Oldenburger Landes und ist 248 Jahre älter als Oldenburg, das erst 1108 erwähnt wird. Der Name Hahtho lebt bis heute weiter, in vereinfachter Schreibweise als Hatho und in der Gestalt einer Holz-Skulptur von Bernd Müller, die den germanischen Ortsgründer darstellen soll und die heute den Eingang des Rathauses bewacht.
Aber was war der Grund für diese frühe Erwähnung eines so kleinen Ortes? Im Jahr 860 war das Land in Gaue eingeteilt und das Hatter Gebiet gehörte zum sogenannten Largau, dessen kirchliches Zentrum Bremen war. Hier wirkte zu jener Zeit Bischof Ansgar, der sogenannte Apostel des Nordens und Namenspatron der Hatter Kirche.
Sein Vorgänger, Willehad, war 787 zum ersten Bischof des neugegründeten Bistums Bremen ernannt worden. Als Mittelpunkt des Missionsbezirkes wurde auch eine Kirche gebaut, sie war ein Vorgänger des späteren Doms.
Bereits nach zweijähriger Amtszeit starb Bischof Willehad im November 789 in Blexen, nur wenige Tage zuvor war der St.Petri-Dom geweiht worden. Darin fand Willehad seine Ruhestätte und im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Grabstätte zum Wallfahrtsort.
Wunderheilungen sollen hier stattgefunden haben, was sich bis nach Hatten herumsprach. So begab sich im Jahre 860 auch eine Frau aus „Hahtho“ dorthin, die durch Fürbitte des Heiligen auf wundersame Weise ihre Sehkraft zurückerhielt. Offenbar war sie nicht die einzige Person,, auf die das Grab des Heiligen Willehad eingewirkt hat. Bischof Ansgar sah sich jedenfalls dazu veranlasst, anlässlich des Pfingstfestes 860, diese Ereignisse zu dokumentieren. Er tat dies in der „Vita St.Willehadi“, die im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Münster verwahrt wird.
In dieser Lebensbeschreibung Willehads sind 37 Wunderheilungen dokumentiert. An 21. Stelle wird auch das Ereignis beschrieben, das für die Hatter Geschichte von so großer Bedeutung ist. Im Wortlaut heißt es in der Übersetzung: „Im Lande Lari (Largau) im Dorfe Hahtho war ein Weib namens Reinmuod (Reinmod) neun Jahre blind gewesen, als sie durch die Fürbitte des Heiligen dort, die langersehnte Sehkraft wieder zu erhalten gewürdigt wurde.“
ist Wolfgang Martens. Seit 1973 beschäftigt sich der ehrenamtliche Gemeindehistoriker mit der Geschichte Kirchhattens. Drei Veröffentlichungen aus seiner Feder sind erschienen. Zuletzt gestaltete der 50-Jährige mit Stücken aus seinem umfangreichen Privatarchiv die Jubiläumsausstellung „1150 Jahre Kirchhatten“.
beleuchtet die
