KIRCHHATTEN - Zwei Vorstellungen gab es. Zunächst waren die kleineren Kinder an der Reihe, dann die größeren. Das Stück ergänzt die Verkehrserziehung im Kindergarten.

Von Matthias Kosubek

Das Monster Konrad frisst gerne Farbe. Regenbogenfarbensuppe ist sein Lieblingsgericht. Siggi Sinnlos liebt Verkehrsschilder über alles, so sehr, dass er sie reihenweise von den Straßenrändern klaut. Zu den Beiden gesellt sich noch das Zebra Matze, ein liebenswertes, aber etwas dummes Geschöpf. Diese drei Gestalten gaben sich am Dienstag im evangelischen Kindergarten „Die Arche“ in Kirchhatten ein Stelldichein und zogen zweimal 45 Minuten lang jeweils 60 Kinder in ihren Bann. Jürgen Paul und seine Kollegin Bianka Stutz, Polizeikommissare aus Wilhelmshaven, hauchten den drei Handpuppen Leben ein und sorgten, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, von Anfang an für Stimmung: Da wurde gekichert, schallend gelacht und gewiehert, vor Vergnügen gequietscht, geschrieen und gebrüllt, aber auch ernsthaft mitgemacht.

So erfuhren die Drei- bis Sechsjährigen auf spielerische Weise, dass man Straßen möglichst nur an Ampeln oder Zebrastreifen überquert, wie man sich durch links und rechts schauen davon überzeugt, ob ein Auto kommt, seine Hand zum Zeichen nach vorne streckt und dann die Fahrbahn überquert. Schon das Eingangslied „Immer gucken, immer schauen, immer aufgepasst“, stimmte die Kinder auf die Thematik ein. Während Paul meist vor der Bühne blieb und die Kinder immer wieder durch Fragen und Mitmachaktionen ins Geschehen einbezog, betätigte sich seine Kollegin dahinter als Puppenspielerin. Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung, als Schilder-Klau Siggi Sinnlos in der Falle saß.

Kindergartenleiterin Anne Janßen zollte am Ende der Vorstellung den beiden beamteten Puppenspielern Anerkennung, wie sie die Rasselbande 45 Minuten unterhalten hätten. Das Stück, so die Erzieherin, sei eine Ergänzung der auch sonst intensiv im Kindergarten betriebenen Verkehrserziehung. So sei man aus verschiedenen Anlässen immer wieder mit den Kindern im Ort unterwegs und übe mit ihnen das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Seit 1991 gibt es die Pädagogische Puppenbühne der Polizeidirektion Oldenburg, kurz PäPP genannt. Von Anfang an dabei ist Stutz, seit sechs Jahren Paul. Auf Lehrgängen im westfälischen Münster ließen sie sich von professionellen Puppenspielern schulen, auch wie man Puppen selbst baut. So ist das Farbmonster Konrad eine eigene Kreation. Rund 250 Auftritte absolvieren die Beiden im Laufe eines Jahres an Kindergärten und Grundschulen, immer wieder eine neue Herausforderung.

Neben einigen Eltern waren gestern auch zwei Polizei-Kollegen im Zuschauerraum: Harald Brinkmann und Peter Oeljeschläger, die (in der Wache in Sandkrug stationiert) für die Gemeinde Hatten zuständig sind.