KIRCHKIMMEN - „Die Skulpturen sehen aus wie hingeworfen, aber in sich ist jede von ihnen absolut stimmig“, sagt Frank Ludwig Giesen. Der Galerist freut sich sichtlich, die Werke des Künstlers Thomas Putze in seiner Galerie präsentieren zu können. Für Sonntag, 15. April, lädt Giesen zur Vernissage in die „Galerie am Stall“ (Am Ebenesch 4 in Kirchkimmen) ein.
Ab 11.15 Uhr führt Dr. Annett Reckert, die Direktorin der Städtischen Galerie Delmenhorst, durch die Ausstellung „Querfeldein“. Auch der Künstler wird anwesend sein und zu Beginn der Ausstellung eine Performance präsentieren.
Thomas Putz nutzt bei seiner Bildhauerei Holz als organisches Material und kombiniert es mit Abfällen aus der menschlichen Zivilisation – häufig Metall, aber auch Stoffe, Fahrradschläuche und -ketten und vieles mehr. Er wolle damit auf die Verdrängung der Natur durch die menschliche Zivilisation anspielen, erklärt Galerist Giesen.
Allerdings käme diese durchaus bedeutungsschwere Interpretation nicht belehrend, sondern vielmehr spielerisch daher. Jede der Figuren, ob menschlich oder tierisch, habe eine Art von Unvollständigkeit. Das käme sowohl durch den hingeworfenen Pinselstrich bei den Zeichnungen, als auch durch die grobe Schnitzart der Skulpturen zum Ausdruck. Dennoch seien sie alle in sich stimmig. „Jede der Figuren hat eine Seele“, meint der Galerist und Kunstkenner. Außerdem ist Giesen fasziniert von den Bewegungsabläufen der Skulpturen. „Da stimmt einfach alles“, meint er.
Thomas Putze beschreibt der Galerist als einen „genauen Beobachter unserer zivilisatorischen Welt“. Vieles in der Ausstellung sei sicherlich skurril, auf den zweiten Blick aber nicht alles lustig. Das Atelier des Künstlers beschreibt Giesen als „Riesenhalle im Inneren des Stuttgarter Nordbahnhofs, voll mit Schrott und verschiedenen Materialien“. Hier gestaltet Putze seine lebendig wirkenden Skulpturen. „Diese Figuren haben eine unglaubliche Körperspannung“, findet Frank Ludwig Giesen.
Im vergangenen Jahr hatte Putze bereits eine Performance im Delmenhorster Wasserturm präsentiert. Dazu wird nun in der „Galerie am Stall“ ein Katalog vorliegen. Und auch dieses Jahr ist der Künstler wieder in Aktion zu sehen, in einem Nebengebäude der Galerie.
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