KIRCHKIMMEN - Die nächste Ausstellung in der „Galerie am Stall“ in Kirchkimmen bringt erstmals zwei Künstlerinnen zusammen, die aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stammen, bisher nichts voneinander wussten, verschiedene künstlerische Wege gegangen sind – und sich doch in ihrer Kunst sehr nahe sind: Malerei von Anke Ibe aus Oldenburg und Plastiken von Helga Föhl aus Idstein im Taunus treffen „im Dialog“ aufeinander. „Beide Stilformen passen hervorragend zueinander“, findet Galerist Frank Giesen. Davon können sich Kunstfreunde ab Freitag, 30. April, überzeugen. Die Vernissage beginnt um 18.15 Uhr in der Galerie (Am Ebenesch 4). Einführende Worte spricht der Vorsitzende der Bezirksgruppe Oldenburg im Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), Herbert Blazejewicz.

Anke Ibe bezeichnet ihre Bilder als „essenzielle Malerei“. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche der Malerei: die Aussagekraft der Farbe. Diese ist Bildinhalt, nicht nur Darstellungsmittel. Die Bilder der 53-Jährigen zeichnen sich häufig durch in gedeckter und dunkler Farbigkeit gehaltene Flächen aus, die in sich aber vielfältig geschichtet sind. Die Künstlerin arbeitet mit Farbpigmenten, die sie mit Harz, Öl und Ei bindet. Die altmeisterliche Technik der Eitempera beherrscht sie virtuos. Durch die Verwendung zusätzlicher Materialien wie Wellpappe, Stoffreste, Papier und Sand bekommen ihre Arbeiten eine konkrete Plastizität, „eine zweite Dimension“, beschreibt Giesen. 37 Bilder sind von ihr ausgestellt.

Ruhe, ja fast majestätische Erhabenheit, strahlen die Plastiken von Helga Föhl aus. Die bald 75-Jährige bearbeitet in ihrer Werkstatt im Taunus seit Jahrzehnten ausschließlich Alteisen, das zumeist vom Schrottplatz stammt. Die stark reduzierten Torsi, Köpfe, Stelen und Landschaften beziehen zusätzliche Spannung aus einer aufwendigen, oft mehrschichtigen Farbbehandlung der Oberflächen, die Vertiefungen und Risse im Ausgangsmaterial Eisen plastisch werden lassen. „Helga Föhl schafft es auf diese Weise, eine unglaubliche Leichtigkeit in ihre Arbeiten hineinzubekommen. Bei ihr wirkt das massive Eisen so luftig wie Terrakotta“, staunt Frank Giesen. 19 Plastiken sind in der „Galerie am Stall“ zu sehen.

Die Ausstellung wird bis zum 13. Juni gezeigt. Die Galerie ist donnerstags, freitags und sonnabends jeweils von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon   04408/8099848 geöffnet.