KIRCHKIMMEN - „Schade, dass man hier nichts anfassen kann“, beschwert sich der fünfjährige Jakob. Am liebsten würde er mit den alten Puppen, die seit Sonnabend im „Haus Kimmen“ ausgestellt werden, spielen. Aber auch die Erwachsenen sind von der Ausstellung „Faszination Puppenwelt“ begeistert. „Man möchte am liebsten Anfangen zu spielen“, fasst Christel Holzgreen ihren ersten Eindruck von der Ausstellung zusammen.

Zur Eröffnung drängen sich knapp 40 Besucher in den Räumen des Museums von Imme Schulte-Strathaus. Sie freut sich, dass so viele an der Ausstellung mitgewirkt und ihre Puppen, Puppenstuben und Teddys zur Verfügung gestellt haben. Ihr besonderer Dank gilt Museumsmitarbeiterin Beate Lukas.

Dorothee von Rothkirch, die selbst an die 60 Puppen aus ihrer eigenen Sammlung beisteuerte, begrüßt die Besucher. Sie freut sich über die große Besucherzahl. „Ich bin froh, dass die Puppen wieder interessierte Betrachter finden." Zum Puppen sammeln ist die Huderin eher zufällig gekommen. „Mir tun die Puppen immer so leid, wenn ich sie auf dem Flohmarkt sehe“, sagt sie. Dort hat sie auch den Gitarre spielenden Elektro-Ernie gefunden, der die Besucher der Ausstellung mit Gesang begrüßt.

In den strahlenden Gesichtern der Museumsbesucher, spiegeln sich die schönen Kindheitserinnerungen. Andachtsvoll streifen sie durch die Räume. „Das erinnert mich alles an meine Jugend, vieles hat man selbst auch ein Mal besessen", schwärmt Karin Nitzsche.

„Faszinierend, was es früher für Spielzeug gab“, schildert Nicole Meinken ihren ersten Eindruck. Sie begeistern vor allem die kleinen Details in den Puppenstuben. Von denen kann auch Helga Svensson sich nicht losreißen. Sie überzeugen vor allem die von Ingrid Klemens-Kruse beigesteuerten Exponate. Die Delmenhorsterin hat die Puppenstuben in Eigenarbeit hergestellt. Auch die zierlichen Möbel sind selbst gebaut.

Viele Besucher bleiben auch vor dem Kasperltheater stehen und erinnern sich an vergangene eigene Aufführungen. Insgesamt werden mehr als 100 Puppen ausgestellt. Die älteste Puppe stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung kann noch bis zum 8. Juni sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr besichtigt werden.