KIRCHKIMMEN - Eine Kunstausstellung für Querdenker, für Menschen, die offen sind für Neues, die sich nicht mit dem Offensichtlichen zufrieden geben, sondern gerne mal hinter Kulissen blicken, wurde am Sonntag in der Galerie am Stall eröffnet. Galerist Frank Giesen begrüßte die Besucher, die inmitten der Kunstwerke der Ausstellung „Querfeldein“ dicht gedrängt standen, sowie den in Stuttgart lebenden Künstler Thomas Putze mit Sohn Raffael.
Die Einführung in die Ausstellung übernahm Dr. Annett Reckert. Die Direktorin der Städtischen Galerie Delmenhorst gratulierte zum gelungenen Titel der Ausstellung, der nicht nur die Biografie und den Werdegang des Künstlers Thomas Putze widerspiegelt, sondern auch seine Ideen und seine Auseinandersetzung mit der Natur. „Über Gräben und Grenzen geht es ab ins Holz“. Aber dabei bleibt es nicht, so die Kunstkennerin, sondern es kommen immer auch andere Materialien zum Einsatz. Sie selber bewundere Putze, den „passionierten Sachensucher, der gemeinsam mit Pippi Langstrumpf ein unschlagbares Team abgegeben hätte“.
Thomas Putze ist ein Zauberer der Assemblage, sagte Reckert, sein Atelier sei ein Panoptikum seiner Skulpturen. Objekte wie „Dickes Pferd aus Birne und Sandale“‚ „Tanzbär aus Ahorn und Metall“ oder „Gedopte Ringer aus Zwetsche mit Zigarettenkippen“ laden zum Betrachten ein, zum Hinschauen und Dahinterschauen.
Nach der Einführung lud Galerist Giese alle Gäste zu einer Performance von Thomas Putze ein. Die warm eingemummten Zuschauer bedauerten bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt den leicht bekleideten Künstler, gewandet lediglich in Fahrradschläuche, der kauernd in einem Nest aus Ästen und Stöcken in der offenen Scheune auf die neugierigen Besucher wartete. Putze zog seinen achtjährigen Sohn mit in das Asthaus. Gemeinsam machten sich die beiden daran, mit Hilfe von scharfen Flintsteinen die Fahrradschläuche, an denen die Konstruktion wippte, zu zerschneiden, bis das überdimensionale Künstlernest sich allmählich zu Boden senkte und seine kreativen Nesthocker auf festen Boden entließ.
Die Ausstellung „Querfeldein“ ist noch bis zum 27. Mai in der Galerie am Stall, Am Ebenesch 4 in Kirchkimmen, zu sehen. Geöffnet ist Donnerstag und Freitag von 15 bis 19 Uhr sowie Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
