KIRCHKIMMEN - Wer sich am grau verhangenen Winterhimmel und an weißer Schneelandschaft satt gesehen hat, dem ist als Kontrast ein Besuch der „Galerie am Stall“ in Kirchkimmen (Am Ebenesch 4) zu empfehlen: „Farbe!“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die im Obergeschoss des Hofgebäudes schon zu sehen ist, aber offiziell erst am Sonntag, 7. Februar, um 11.15 Uhr eröffnet wird. Das Ausrufezeichen steht nicht umsonst im Titel: Es unterstreicht nachhaltig die Intensität, mit der die beiden Künstler zu Werke gehen. Bettina Hobel (53) und Thomas Grubert (51) bevorzugen beide kräftige Farbmalerei.

Farbe ist aber nicht die einzige Komponente, die das Duo verbindet. Beide leben in Oberbayern – Hobel in Garmisch-Partenkirchen, der gebürtige Bremer Grubert in Penzberg – nahe der früheren Heimat von Galerist Frank L. Giesen. Trotz der räumlichen und inhaltlichen Nähe kannten beide Maler einander vorher nicht. Giesen hat sie erstmals zusammengebracht und ihre Werke kombiniert: „Das fanden beide sehr spannend.“ Zur Vernissage werden Bettina Hobel und Thomas Grubert anwesend sein. Für sie ist es die erste Ausstellung im Nordwesten. Einführende Worte spricht die Psychologin Hannah Janßen.

„Beide Künstler lieben es, ihre unmittelbare Umwelt in ihre Arbeiten einfließen zu lassen, und beide lösen ihre Malgegenstände aus dem rein Figurativen auf in Abstraktionen, denen man häufig ihre figürliche Herkunft nicht mehr unbedingt anmerkt“, beschreibt Giesen weitere Gemeinsamkeiten.

Bettina Hobel malt mit Acrylfarben auf Leinwand. Ihre Spezialität sind Kühe, die durch unterschiedliche Farbflächen jedoch erst beim zweiten oder dritten Hinsehen als solche zu identifizieren sind. Bemerkenswert sind auch ihre luftig-leichten Bilder mit Sesseln und Stühlen, die allesamt zu schweben scheinen.

In den Werken von Thomas Grubert, der mit verschiedenen Materialien arbeitet und Acrylfarben gerne mit Ölkreide kombiniert, finden sich eher Gegenstände des täglichen Lebens wie Gefäße und Flaschen. Sie bilden den Ausgangspunkt für seine stark abstrahierten und farbenfrohen Bilder. Während Hobel im wahrsten Sinne des Wortes malt, agiert Grubert mehr zeichnerisch – kein Wunder, denn der Mann ist Architekt.

Die Ausstellung wird bis zum 21. März gezeigt. Die „Galerie am Stall“ ist donnerstags, freitags und sonnabends von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 04408/80 99 848 geöffnet. Der Eintritt ist frei.

www.galerie-am-stall.de