KIRCHKIMMEN - Bilder, Schriftstücke und Haushaltsgegenstände erinnern an frühere Zeiten. Für Pfingsten ist eine Ausstellung über alte Banknoten geplant.

Von Katrin Bendel

KIRCHKIMMEN - Schon im Eingangsbereich des kleinen Dorfmuseums „Haus Kimmen“ beginnt der Besucher seine Reise in die Vergangenheit. Alte Fotos – eines zeigt den Radfahrverein „Frei weg“ Kirchkimmen um 1905 vor „Johann Backhahns Gasthof“ – und eine Kurzfassung der Geschichte des Hofes Im Dorf 2, der 1503 erstmals erwähnt wurde, sorgen dafür.

Im ersten, kleineren Zimmer werden wohl bei so manchem Besucher Kindheitserinnerungen wach: Hier steht eine alte Schulbank mit Schultasche, Schiefertafel, alten Büchern und einem ebenfalls schon sehr betagten Teddybär. Im Mittelpunkt der eigentlichen Ausstellung im 90 Quadratmeter großen Ausstellungsraum stehen jedoch die 27 alten Hofstellen in Kirchkimmen – die älteste wurde bereits 1489 erstmals erwähnt – und ihre Geschichte. Stellwände erzählen die einzelnen Geschichten in Wort und Bild. In der „Torfecke“ stehen alte Torfsoden und die Gerätschaften der Torfstecher: vom Spaten über Essgeschirr bis zu „Holzschuhen“ für die Pferde, mit deren Hilfe die Tiere auch im sumpfigen Gelände eingesetzt werden konnten. Auch ein Spinnrad, alte Lesebücher – auch ein Wegweiser für Radfahrer aus dem Jahr 1899 – und Kleidungsstücke, darunter ein festliches Taftkleid, eine Sonntagsschürze und -haube sowie Möbelstücke aus der „guten Stube“ erinnern an alte Zeiten. In Glasvitrinen zeugen alte Urkunden,

Scherben von mittelalterlicher Keramik und einige Leihgaben der Klosterfreunde Hude wie Ziegel und Nachbildungen von Bodenfliesen von der langen Geschichte der Region.

Haushaltsgeräte wie eine Wäschemangel, ein Fleischwolf und ein Waschkessel mit Waschbrett erinnern daran, wie beschwerlich die Hausarbeit im Gegensatz zu heute war. Vieles davon kennt Günther Budde, der die Besucher durch die Ausstellung führt – Museumsbesitzerin und -initiatorin Imme Schulte Strathaus muss sich aus gesundheitlichen Gründen inzwischen im Hintergrund halten – noch aus seiner eigenen Kindheit. Er deutet stellvertretend auf einen mechanischen Schneebesen mit Kurbel. „Mit so einem Ding habe ich auch noch Sahne geschlagen“, sagt der 56-Jährige. Eine wahre Fundgrube für Erinnerungen der Männer sei die Ecke mit alten Werkzeugen. Ein Extra-Zimmer ist der Geschichte und Bedeutung des Hasbruchs gewidmet.

Für Pfingsten ist im Museum eine Ausstellung über alte Banknoten geplant. Auch alte Oldenburger Banknoten werden dann zu sehen sein.