Als Küster ist Alfred Meirose für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Edewecht in der Westerschepser Kapelle tätig. „Irgendwi bün ick dor domals so rinrutscht“, erinnert sich der Osterschepser. Sein Engagement als Küster ist jedoch nicht das erste für die Kirchengemeinde: 1988 wurde Meirose als Friedhofswärter angestellt, nachdem er zuvor 26 Jahre als Fußbodenleger bei der Firma Heinz Bohn gearbeitet hatte. Mitte der 80er Jahre wurde der Betrieb aufgegeben.
„Es macht mir auch in meinem Ruhestand noch viel Freude, für die Kirche tätig zu sein“, sagt der 73-Jährige. Zu Meiroses Aufgabenbereich gehört auch die Vertretung des Küsterdienstes in Edewecht oder in Süddorf in Urlaubsfällen oder sonstigen Ausfallzeiten. Somit kann es schon sein, dass Alfred Meirose – besonders in der Ferienzeit – sehr vieles zu tun hat. „Dat krieg ick woll hin“, lautet stets sein Motto.
Erst kürzlich galt es, für eine Hochzeit in der Edewechter St. Nikolai-Kirche einen Hocker zu besorgen. Auf diesem sollte die Braut während der Trauung sitzen. Meirose wurde schließlich bei Bekannten außerhalb der Gemeinde fündig: „De Brut har 'ne dree Meter lange wunderschöne Schleppe“, erzählt er, und da hätte es nicht ausgesehen, wenn sie auf einem Stuhl mit Rückenlehne in der Kirche Platz genommen hätte. Längst hat er das Möbelstück wieder zurückgebracht, könnte aber bei erneutem Bedarf wieder darauf zurückgreifen.
Bei vielen kirchlichen Veranstaltungen ist Meirose der „fleißige Helfer im Hintergrund“. Vor und nach den monatlichen Gottesdiensten in der Kapelle Westerscheps, bei Konfirmations- und Weihnachts- oder sonstigen besondere Gottesdiensten, bei Beerdigungen und Hochzeiten ist Meirose im Einsatz. Darüber hinaus ist der Osterschepser schon viele Jahre im Bestattungsverein Edewecht als Träger tätig. Außerdem verteilt er an Geschäfte und weitere Helfer den monatlich erscheinenden Gemeindebrief „Van Kark un Lüe“.
Die Musik ist ein großes Hobby des Osterschepsers. 1943 habe er zu Weihnachten eine Handharmonika geschenkt bekommen, erinnert er sich. Durch ständiges Üben habe er sich das Spielen auf dem Instrument selbst beigebracht. Meirose gehört zudem zu den Gründungsmitgliedern der sechsköpfigen Edewechter Handmusikanten, die kürzlich ihr 20-jähriges Bestehen feierten. Geübt wird einmal monatlich. Die Gruppe verfügt über ein breites Repertoire an Volksliedern und Evergreens und tritt bei Hochzeiten, Geburtstagen oder sonstigen Feierlichkeiten auf.
Aktives Mitglied im Schützenverein Scheps ist Meirose seit rund 20 Jahren. Seine Freizeit verbringt der Rentner, der mit Ehefrau Herta verheiratet ist und zwei Töchter hat, gern mit Musik und Gartenarbeit. Viel Freude bereiten ihm die vier Enkelkinder, von denen zwei studieren. loh
Alfred Meirose
Rentner
