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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kino: Klassentreffen für alte Haudegen

21.08.2010

BERLIN Goldene Zeiten für Fans der Achtziger: Adrien Brody trat unlängst in „Predators“ in die Fußstapfen von Arnold Schwarzenegger, auch das legendäre „A-Team“ wurde kürzlich reanimiert. Nun scharrt US-Star Sylvester Stallone eine ganze Riege hochkarätiger Actionhelden um sich: von Dolph Lundgren („Universal Soldier“) über Martial Arts-Ikone Jet Li und Jason Statham („Crank“) bis hin zu Mickey Rourke („The Wrestler“).

Stallone, der nicht nur an vorderster Front mittut, sondern auch fürs Drehbuch und die Regie verantwortlich ist, entfacht ein Action-Feuerwerk – die 1980er Jahre mit Kultstreifen wie „Rambo“, „Terminator“ oder „Stirb langsam“ lassen grüßen.

Knallhart

Mit offensichtlicher Freude am Spiel gibt Stallone den Anführer eines wilden Söldnerhaufens: Sie nennen sich „The Expendables“, so etwas wie „Die Entbehrlichen“. Im eigentlichen Wortsinne ist dies der Ausdruck für Menschen, die geopfert werden können, um ein militärisches Ziel zu erreichen.

Dieser Haufen an muskelbepackten Killermaschinen – mit ihren Tätowierungen und knatternden Krafträdern – gibt ein Furcht einflößendes Bild ab. Dass man sich besser nicht anlegen sollte mit Barney (Stallone), dem Messerexperten Lee, dem Nahkämpfer Yin Yang, den Feuerwaffen- und Sprengstoffspezialisten Hale und Toll sowie dem Scharfschützen Gunnar, zeigt schon der furiose Filmbeginn.

Hier bekommen es somalische Piraten mit den „Expendables“ zu tun. Der nächste Einsatz allerdings ist von einem anderen Kaliber: Barney und Co. erhalten den Auftrag, den grausamen Diktator eines Inselstaats zu stürzen.

Was folgt, ist knallharte Action. Bisweilen schießt der äußerst brutale Streifen dabei allerdings auch übers Ziel hinaus, zum Beispiel mit Folterszenen. Dann gerät die Gewalt – man kennt das aus ähnlichen Filmen – zum puren Selbstzweck.

Es sind jedoch andere, teils großartige Momente, die nachhaltig wirken. So treffen in einer Szene tatsächlich die Action-Ikonen Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Sylvester Stallone aufeinander. Manch Genre-Fan dürfte sich da verwundert die Augen reiben.

Auch die wenigen Szenen, in denen Stallone und Mickey Rourke allein vor der Kamera agieren, überzeugen. Sie sind erfüllt von einer anrührenden Melancholie. Ohnehin hat der Regisseur seinen Film auch als Hommage und Reminiszenz angelegt: Bei dieser Zusammenkunft alter Heroen geht es eben um längst vergangene Zeiten. Dolph Lundgren etwa traf vor rund 25 Jahren im Boxklassiker „Rocky IV“ erstmals auf Stallone. Bei so viel Erinnerungsseligkeit darf ein Schuss Selbstironie freilich nicht fehlen.

Sie können es noch immer

Selbst wenn „Sly“ mit „The Expendables“ nicht an die stärksten Momente seiner Film-Karriere heranreicht, sticht er doch heraus. Mit seinen 64 Jahren und Bi- respektive Trizeps wie bei einem 30-Jährigen macht Stallone zudem eine fantastische Figur. Was aber vor allem bleibt von diesem Klassentreffen gereifter Actionhelden, ist die Erkenntnis: Sie können es noch immer!

Der Film startet am 26. August in den Kinos.

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