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Klassik-Konzert Diese Sinfonie leuchtet heller als 1000 Sonnen

Horst Hollmann
Begeisterte in der Bremer Glocke: Bariton Matthias Goerne

Begeisterte in der Bremer Glocke: Bariton Matthias Goerne

Caroline de Bon

Bremen - Diese Sinfonie leuchtet heller als 1000 Sonnen! In einem Satz hat der große Musikliebende Joachim Kaiser einst den Kosmos der 9. Sinfonie C-Dur D 944 von Franz Schubert beschrieben. In der Bremer Glocke setzen Dirigent Manfred Honeck und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen noch ganz viel an Strahlkraft und Druck oben drauf. Das erhitzt die Sinfonie, eins der größten Werke der Musik, fast bis zu einer Kernschmelze. Aber nur knapp.

In 44 statt der üblichen 48 bis 58 Minuten durchmessen sie dieses Universum. Stützt man sich bei den geheimnisvollen Andeutungen in der „Neunten“ (heute oft als „Achte“ gezählt) auf das Bild eines Wanderers durch unendliche Weiten, dann wird aus ihm hier ein Reisender. Mit rhythmischer Härte misten der langjährige Leiter des Pittsburgh Symphony Orchestra und die von ihm höchst motivierten Bremer Hörgewohnheiten rigoros aus.

Das kann verstören. Am Anfang etwa huschen die Geigen nach dem Hornruf kurzatmig herein, statt verheißungsvoll zu schweben. Und dem Finalsatz fehlt in seinen viertaktigen durchjagenden Perioden dann die Dimension der Weite. Doch es bleibt über alle Virtuosität hinaus eine klangliche Dramaturgie, die beglückt.

Riesige Stille

Inmitten der Turbulenzen zeugen die ausgesungenen Passagen vom Innehalten und besonderer Herzlichkeit. Im langsamen Satz bricht die Musik mit einem riesigen Fortissimo zu einer riesigen Stille zusammen. Mit dem zaghaften Pizzicato und dem demütig anhebenden Cellogesang führt sie vielleicht nur in diesem Zusammenhang zu einer unerhörten inneren Berührung.

Auch der gewichtige andere Programmteil ist nicht ohne Risiko umzusetzen. Doch das bleibt unauffällig. Matthias Goerne singt neun Schubert-Lieder mit einer von Alexander Schmalcz einfühlsam aber auch eigenständig gefertigten Orchesterbegleitung. Sie überdeckt den Sänger nicht, steigert aber auch einige Dramatik. So wirkt „Des Fischers Liebesglück“ sehr poetisch innig, erschüttert im „Erlkönig“ das nach viel Aufruhr in die ausgehaltene Stille gerufene Wort „tot!“

Kultiviert und mühelos

Bariton Goerne durchmisst immer noch ohne große Mühen und kultiviert alle Register seiner auch tief reichenden Stimme. Er ist ein überzeugender Deuter des Wortes. Und er lässt sich weder durch Orchesterbegleitung noch die Größe des Saales zu opernhafter Gestik verführen.

Die Bremer treten an diesem Sonnabend in Paris im Théâtre des Champs-Élysées mit dem gleichen Programm auf. Bisschen weit - aber man könnte glatt hinfahren.

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