Bösel - Gerade hat der Komponist Christoph Willibald Gluck (Jörg Schade) vom Papst einen Orden verliehen bekommen und nennt sich nun „Ritter Gluck“. Dennoch ist er unzufrieden, da ihm der Höhepunkt seiner neuen Oper „Orpheus und Eurydike“ nicht einfallen will. Um seine Schwierigkeiten bei der Komposition zu lösen, holte er sich tatkräftige Unterstützung bei den Grundschülern der St.-Martin-Schule Bösel.
Ritter Gluck und sein kleines Orchester gehören zur „Theater-Kompanie“ aus Bad Pyrmont und zum Bläserensemble „Prisma“ aus Cloppenburg, die am Donnerstag den Grundschülern die Klassische Musik näherbrachten.
Dabei stellte Ritter Gluck zunächst die Instrumente der Cloppenburger Musiker vor, wie Klarinette, Oboe, Piccoloflöte, Horn, Querflöte und Fagott. Die Schüler zeigten sich bestens informiert, wie die zehnjährige Jana: „Ich kannte Horn, Querflöte und Klarinette“, sagte sie. Zudem schlüpfte Ritter Gluck in die Rolle eines Dirigenten mit Taktstock und zog die Kinder in die Opernwelt hinein. „Aber was ist eigentlich eine Oper?“, fragte er seine Zuschauer. „Da singt eine Frau in einem großen Haus ganz laut und hoch“, tönte es aus dem Publikum.
Immer wieder meldeten sich die Schüler zu Wort und verfolgten gebannt die Soli der Musiker, „Feuer“, „Blitz“ und „Donner“ auf der Bühne. Dabei sorgte Ritter Gluck im Publikum regelmäßig für Lacher, wenn ihm wieder das Visier seiner Ritterrüstung zuklappte oder er die Musiker für die „Arie des Oman“ orientalisch verkleidete. Nach diesem Stück wollten die lauten Rufe nach einer Zugabe nicht mehr enden.
Doch der „Tanz der Furien“ bereitete Ritter Gluck weiterhin Sorgen. Mithilfe von Fee „Amor“ (Melanie Spitau) schmiedete er schließlich ein großes Donnerblech, um dem Stück das gewisse Etwas zu verleihen.
Am Ende gelang der Geistertanz der Unterwelt mit Hilfe der „Donnerassistenten“ Tim und Julia, die kräftig das Donnerblech schwangen: Neben den Klängen der Blasinstrumente, Donnergrollen und Rufen aus dem Publikum, hallte lautes Füßestampfen durch die Schule und brachte die Oper zu ihrem Höhepunkt.
