Tossens - Oh happy Day: Selten sind die Sitzbänke der St.-Bartholomäus-Kirche in Tossens schon vor Beginn eines Konzert restlos besetzt. Am Sonntagnachmittag herrschte allerdings Ausnahmezustand, denn die Nordenhamer White Gospels und die Bremer Northern Light(s) hatten sich angekündigt. Und das Publikum konnte es kaum erwarten, sich auf eine neunzigminütige Klangreise um die Welt entführen zu lassen.
Schon auf dem Weg in den akustisch idealen Kirchenraum zogen die 24 Musiker mit dem Spiritual „Oh Freedom“ ihre Zuhörer in den Bann. Anschließend sangen die Chöre gängige und weniger bekannte Gospels und Spirituals, wie „Kumbaya My Lord“, „Good News“ oder „I wanna be ready“ wurden mit großem Einfühlungsvermögen und Leidenschaft vorgetragen.
Jaret Choolum brauchte als Dirigent sein Ensemble kaum gestisch zu motivieren: Textsicher und selbstbewusst folgten sie den eher unauffälligen Weisungen des jungen Australiers.
Immer wieder wechselten sich im für den Gospel typischen Frage- und Antwortspiel Chor und Solisten ab. Charmant wurden die einzelnen Lieder angekündigt und deren englischsprachigen Inhalte dargelegt. Eine besondere Bereicherung stellte der Auftritt des siebenköpfigen Vokalensembles Northern Light(s), einer Delegation der Bremer Northern Spirits dar. Auch diesen Chor leitet Jaret Choolum und führt mit ihm eigene Vokalkompositionen auf.
Mit „Summerstorm“, einer musikalischen Erinnerung an australische Sommer, vereinte Choolum unkonventionell Geräuschimitationen, wie Pfeifen, Klatschen, sich wiederholende Patterns mit anspruchsvollen Harmoniefolgen in spannende Vokalmusik. Neben einer beeindruckenden Interpretation von „Hide and Seek“ stach besonders das von indischen Rhythmen inspirierte „Other Plans“ hervor. Für die Vorstellung dieser sehr abwechslungsreichen und chorisch anspruchsvollen Literatur erhielten die Interpreten begeisterten Applaus.
Mit Schnipsen, wippenden Füßen und lebendig einfallenden Klatschen begleitete das Publikum auch den zweiten Konzertteil der White Gospels und sorgte nach der Darbietung von Songs, wie „Steal away“, „A white Rainbow“, „Holy, Holy, Holy“ und „Morning has broken“ durch lauten und lang anhaltenden Applaus für gern gegebene Zugaben der Northern Light(s) und der White Gospels. Kurzum: „A happy Day“ für alle.
