Bad Zwischenahn - Das Spälköppel des Bad Zwischenahner Vereins für Heimatpflege bringt mit „Tratsch in’t Treppenhus“ einen Komödienklassiker ins Ammerländer Bauerhaus, in dem schon Heidi Kabel und Henry Vahl brillierten. Zur Premiere des turbulenten Vierakters unter Leitung von Spälbaas Klaas Düring erleben die Gäste eine imponierende Aufführung, voller Witz, Wortspiel und Tempo. Die Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Dr. Arno Schilling, Kurdirektor Peter Schulze. Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann, Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow, Spiekerbaas Rita Kropp sowie Fernsehmoderator Lutz Ackermann, zeigen sich begeistert und sparen nicht mit Applaus.

In der Komödie von Jens Exler entgeht der Mieterin Meta Boldt (Sabine Krüger) nichts, was ihre Mitbewohner im Mietshaus so treiben. „Ick segg jo gornix!“ behauptet sie zwar gerne, heizt aber stets die Gerüchteküche mit Halbwahrheiten und Erfundenem an. Verborgen bleibt ihr auch nicht, dass die aufrichtige Mieterin Hanne Knoop (Inge Warnken) ein Zimmer an die junge Heike Seefeld (Kea Bischof) untervermietet hat, was im Mietvertrag ausdrücklich untersagt ist. Der brummige Steuerinspektor a. D. Ewald Brummer (Klaas Düring) stört sich anfänglich vor allem an der lauten Musik der neuen Mitbewohnerin. Dabei reichen seine Stimmungen vom harten Wortgefecht bis hin zu liebreizenden Tönen, als ihm Heike den Kopf verdreht. Doch auch er vermietet „illegal“ ein Zimmer an seinen Neffen Dieter Brummer (Jan Oltmer). Schlachtermeister und Hauswirt Bernhard Tramsen (Torsten Schiller) versucht, die Oberhand im „ehrenwerten Haus“ zu behalten. Die amourösen Verstrickungen sind indes Wasser auf die Mühlen der Klatschtante Meta.

Sabine Krüger, auch die „Heidi Kabel des Ammerlands“ genannt, glänzt in einem Redeschwall, der bewundernswert ist. Dazu kommen die exzellent abgestimmte Gestik, Mimik und Stimmführung. Das gilt auch für Klaas Düring, der seine Rolle glaubwürdig und überzeugend charakterisiert. Ihm ist als Regisseur eine köstliche Aufführung mit einer stimmigen Rollenbesetzung gelungen. Alle Darsteller geben ihr Bestes und sind ausgesprochen gut und textsicher. Topustersche Marion Düring hat an diesem Abend nur wenig zu sagen.

Bis zum 1. November können die turbulenten Szenen im Treppenhaus auf der Bauerhausbühne noch mitverfolgt werden.