KLATTENHOF - Grenzen zu überschreiten und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen – für dieses Ziel arbeitet Nepal Lodh aus Klattenhof nun schon seit Jahrzehnten. Der gebürtig aus Ghatsila im indischen Bundesstaat Jharkhand stammende Lodh zog bereits 1964 nach Deutschland, wo er vor allem als Yogalehrer und Lachtherapeut tätig ist.

Um die Verbindung zwischen Deutschen und Indern zu stärken, gründete Nepal Lodh vor rund 20 Jahren die „Deutsch-Indische Gesellschaft Oldenburgs“. Lodh ist gleichzeitig der Vorsitzende der Gesellschaft, die 60 Mitglieder und 200 weitere Interessierte in ihrem Umkreis hat.

Im Rahmen dieser Gesellschaft organisiert er Studienreisen nach Indien – vor allem nach Jamshedpur. Die Stadt mit rund 1,6 Millionen Einwohnern liegt in direkter Nachbarschaft zu Nepal Lodhs Heimatort Ghatsila – rund 300 Kilometer westlich von Kolkata, dem ehemaligen Kalkutta. „Bei den Reisen geht es darum, die indische Kultur von unten kennen zu lernen“, erklärt Lodh.

Inzwischen finden regelmäßige Besuche zwischen Indern und Deutschen statt. Zur Zeit sind Lodhs Schwägerin Basana Lodh und ihr Sohn Falu Lodh zu Gast in Klattenhof. Sie besuchen in der ganzen Oldenburger Region Freunde und Bekannte, die bereits einmal Jamshedpur einen Besuch abgestattet haben.

Nepal Lodh geht es bei den gegenseitigen Besuchen von Indern und Deutschen vor allem darum, Vorurteile abzubauen. Eines davon wäre beispielsweise die Witwenverbrennung. „Die gibt es seit 1839 nicht mehr“, erklärt Lodh. In Deutschland halte sich aber noch das Vorurteil, wonach die Frau dem Mann in den Tod folgen müsse.

Dies werde in Indien schon lange nicht mehr praktiziert. Das beste Beispiel sei hierfür seine eigene Schwägerin, Basana Lodh, meint Nepal Lodh. Sie ist inzwischen seit 15 Jahren Witwe und wohnt zusammen mit ihren beiden Söhnen Falu und Goudam. „Witwen werden nicht verachtet“, bekräftigt Lodh, „sie sind Ratgeber in der Familie.“ Seine Schwägerin würde etwa im Haushalt ihrer Söhne helfen und das Frühstück für ihre Enkel bereiten. Zum wiederholten Male ist Basana Lodh nun auch mit ihrem Sohn zu Gast im Oldenburger Land.

Als nächste Aktion der deutsch-indischen Gesellschaft plant Nepal Lodh am 2. Oktober eine Menschenkette. An dem Geburtstag Mahatma Gandhis möchte er damit ein Zeichen für den Frieden setzen. Auch diese Aktion könnte zu einem besseren Verständnis zwischen den beiden Kulturen beitragen.

Mehr Informationen und Kontakt zu Nepal Lodh unter www.hinduakademie.de