Bösel - Viel zu tun hatte Torsten Schwalm am Freitagnachmittag. Seine Kunden: junge Schützen, die in diesem Jahr zum ersten Mal am Bürgerschützenfest in Bösel teilnehmen. Schwalm leitet und koordiniert die Uniformböse, die jedes Jahr vor dem Königsschießen stattfindet.

„Alle Schützenjacken, die wir hier anbieten, sind gebraucht. Wir schauen uns die Jacken an, bereiten sie wieder auf und verkaufen sie weiter“, sagt Schwalm, der auch selber im Schützenverein tätig ist.

Dem Spender wird, abzüglicher einer kleinen Provision, ein geschätzter Wert ausgezahlt. „Es kommt immer auf den Zustand der Jacken an – der Wiederverkaufswert geht ab 50 Euro aufwärts. Jacken, die nur ganz selten getragen wurden, sind natürlich dann schon deutlich teuer“, so Schwalm. Zum Sortiment gehören aber nicht nur Jacken – auch Krawatten und Knöpfe werden angeboten.

Neben den neuen Jungschützen besuchten am Freitag aber auch schon gestandene Herren die Uniformbörse. „Es kommt im Alter ja auch ab und an dazu, dass der Bauch ein wenig zulegt. Meistens wird dann hier eine neue passende Jacke gefunden“, sagt Schwalm mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Schwalm organisiert die Kleiderkammer des Schützenvereins seit fünf Jahren. Wann und wie genau die Börse entstanden ist, kann der Böseler nicht mehr genau sagen: „Es gibt diese Tauschbörse, glaube ich, schon genauso lange wie den Schützenverein – alles beruht auf Tradition.“Die Uniformbörse hat an diesem Sonntag, 5. Juli, noch ein zweites Mal in der Schützenhalle an der Jahnstraße 20 in Bösel geöffnet. Im Anschluss, um 13.30 Uhr, findet das diesjährige Königsschießen des Bürgerschützenvereins Bösel statt. Spätestens am Schützenfest, dass vom 18. bis 20. Juli stattfindet, sind dann alle wieder ordentlich gekleidet.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland