Ovelgönne/Jade/Oldenburg - Die Universität Oldenburg hat im September 2011 das Forschungsprojekt „Neue Heimatmuseen – Institutionen in der Wissenproduktion“ gestartet. Darin werden fünf so genannte kleine Häuser in Deutschland und der Schweiz untersucht. Mit dabei: das Handwerksmuseum Ovelgönne.

Die NWZ  hatte die Doktoranden Sebastian Bollmann und Dennis Herrmann bei ihrem ersten Besuch in Ovelgönne im März 2012 begleitet und beide meinten damals, dass sie noch gar nichts sagen könnten. Sie hätten noch nicht einmal alle Räume des Museums gesehen. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. „Kleine Museen haben eine große Zukunft. Es tut sich eine ganze Menge“, sind sich die Oldenburger Doktoranden einig.

Bollmann, der später unbedingt in einem Museum arbeiten möchte, hat sich speziell mit dem Begriff „Heimat“ auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis, dass das Thema Heimat eine Renaissance erlebt, dabei aber völlig neu interpretiert werden wird. In allen von uns untersuchten Häusern werden neue Strategien entwickelt, um sich mit der Heimat neu auseinanderzusetzen.

Interessant ist, dass dabei immer stärker versucht wird, konkrete Bezüge zum heutigen Leben herzustellen“, sagt der 31-Jährige im NWZ -Gespräch.

Dennis Herrmann hat für seine Doktorarbeit die Räume aller Museen untersucht. „Es handelt sich oft um denkmalgeschützte Räume, die in der Regel auch eine direkte Auswirkung auf die Ausstellung haben“, sagt der 29-Jährige. Und er ist sich sicher, dass alle untersuchten Museen von den Forschungen profitieren werden. In den kleinen Häusern herrsche derzeit ein zu geringes Selbstbewusstsein, dabei gebe es gerade hier oft Unverwechselbares zu entdecken, betont Herrmann abschließend.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne