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NWZonline.de Nachrichten Kultur

KUNST: Kleine Störungen der Harmonie

27.06.2008

BREMEN Als Künstler kaum bekannt, als Segelboot-Konstrukteur an der Seine populär, als Mäzen berühmt, ist der Pariser Maler Gustave Caillebotte jetzt Gegenstand der großen Sommerausstellung der Kunsthalle Bremen.

Bremen richtet dem Maler die erste deutsche Einzelausstellung 114 Jahre nach seinem Tode aus und entdeckt Gemeinsamkeiten mit dem Mäzen, der wie einst der Direktor der Bremer Kunsthalle, Gustav Pauli, um die Aufnahme der Impressionisten in die großen Museen kämpfte.

Aus etlichen europäischen und amerikanischen Museen und aus noch mehr Privatbesitz werden etwa 30 Gemälde und viele Zeichnungen zu einer Schau vereint, die die Themenvielfalt des Impressionismus’ nachhaltig demonstriert. Zwar begann der akademisch ausgebildete Maler Gustave Caillebotte mit realistischen Interieurs und Arbeitermotiven, doch dann löste sich die Farbe immer mehr in ein Flimmern auf, mit dem der Künstler Straßen von Paris wie den berühmten Boulevard Haussmann, wo er selbst wohnte, zu erfassen suchte.

Die extreme Perspektive mancher Straßenszenen, die steile Aufsicht auf ein Rondell an diesem Boulevard und die kontrastreich in den Vordergrund gerückten Gitter und Balustraden geben den Gemälden eine selbstständige, von den Kollegen in den Impressionisten-Ausstellungen deutlich unterscheidbare Besonderheit.

Dann entdeckt Caillebotte die Seine und ihr Licht als Motiv. Die Ruderer und Segler auf der Seine, das Wasser und seine Spiegelungen, die verdoppelte Natur mit ihrer feinen Farbenvielfalt werden Hauptthemen. „Über das Wasser“ gleiten die Boote dahin, werden die Paddel geschwungen, die Segel gesetzt. Gerade in kleinen Störungen der Harmonie wird das Impressionistische, die Steigerung der Realität, spürbar.

Hier an der Seine beginnt Caillebotte mit dem Modellieren von Segelbooten und gründet eine Werft dafür. Der Künstler verlässt das Zentrum und wohnt in einer Vorstadt, deren Gärten den Abschluss der Gemäldemotivik bilden – mit ersten Ansätzen des Jugendstils in der Betonung von Kanten und Linien in Bildern um 1890.

Caillebotte war von den Kollegen Monet und Renoir wohl gelitten, mit Degas gab es Streit. Von ihnen sammelte der Künstler mehr als 70 Werke. Die Kollektion sollte der Staat erhalten, doch der weigerte sich, die Impressionisten ins Museum zu lassen. Zwei Jahre musste der Nachlass-Verwalter Auguste Renoir darum kämpfen, dass wenigstens 40 Arbeiten ins Musée de Luxembourg gelangten. Sie sicherten den Ruhm des Mäzens. Der Künstler kommt nun ins Gespräch.

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