KLEINENSIEL - Den Organisatoren des Osterfeuers in Kleinensiel hat am Sonntag der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit und der auflandigen Windrichtung konnte am Weserdeich das Traditionsfeuer des Bürgervereins nicht entzündet werden.
Bäume und Zelt in Gefahr
Am Nachmittag hatten der Bürgervereinsvorsitzende Hanke Schnitger, sein Stellvertreter Andreas Rieger und der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Rodenkirchen, Jürgen Rohde, vor Ort entschieden, dass die Lage zu riskant sei. Brandgefahr bestand für die angrenzenden Bäume und vor allem für das direkt dahinter befindliche Partyzelt sowie für die Würstchenbude und die Bühne. Die Enttäuschung bei allen Beteiligten war natürlich groß. „Aber die Sicherheit geht vor“, sagte Hanke Schnitger. Das Gelände wurde weiter bewacht, damit Unbefugte nicht durch einen üblen Scherz doch noch das Osterfeuer entfachten. Zudem hatte die Feuerwehr vorsichtshalber Schläuche für eine schnelle Wasserversorgung gelegt.
Aber die Feier zum fünfährigen Bestehen des Kleinensieler Osterfeuerplatzes fand auch ohne brennenden Sträucherhaufen statt. Mit dem anderthalbstündigen Konzert der Nordenhamer Nachwuchsband Tosh, die auf einem Lastwagen-Anhänger aufspielte, hatte der Bürgerverein bei den Jugendlichen einen Volltreffer gelandet. Rund 800 Besucher bevölkerten den Platz. Nach der Live-Musik von Tosh sorgte Disc-Jockey Holger Naß im Festzelt für Partystimmung bei Jung und Alt. Wie Andreas Rieger mitteilte, soll das Abbrennen des Osterfeuers am kommenden Sonnabend um 19 Uhr mit einem vorherigen Kinderfackellauf nachgeholt werden, falls das Wetter mitspielt.
Mehr Glück hatten dagegen die Reitlander. Das Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr liegt abseits von Bebauungen und Bäumen auf einer großen Wiese, so dass das Abbrennen dort etwas einfacher war. Doch die Brandretter hatten auch hier vorgesorgt und zwei Tanklöschfahrzeuge zu den nächsten Nachbarn abbestellt, um allen eventuellen Gefahren vorzubeugen. Ein kleines Testfeuer kurz vor dem Start zeigte den Feuerwehrleuten die Windrichtung an, doch der Wind war ohnehin nicht allzu stark.
Die Fackeln der Kinder brauchten später nur wenige Sekunden, bis der riesige Sträucherhaufen in lodernden Flammen stand. Blitzschnell fraßen sich hier die Flammen einen Weg an die Spitze und schluckten schon bald die stolz im Wind wehende Reitlander Fahne. Viele hundert Schaulustige verfolgten das Spektakel von der Straße, denn die Hitzeentwicklung ließ bald alle Gäste zurückweichen.
Riesenparty in Reitland
Weiter ging es vor allem für die jungen Besucher im Partyzelt, wo zu fortgeschrittener Stunde die Band Live Sensation aus Garrel, die erstmalig zu Gast in Reitland war, die rund 2000 Gäste in ausgelassene Stimmung versetzte.
Nach Angaben des Pressewartes Jörg Wiggers gab es keinerlei Zwischenfälle bei der Großveranstaltung. Auch im nächsten Jahr werde die Band Live Sensation wieder zum Reitlander Osterfeuer kommen. Etwas verärgert waren die Feuerwehrkameraden allerdings über einige Taxifahrer, die die Einbahnstraßenregelung in Reitland nicht beachten wollten.
