Hengstforde - Mut, Toleranz und ganz viel Freundschaft, das sind die Zutaten, die Puppenspielerin Anne Sudbrack in ihrem neuen Stück verarbeitet hat. „Ratzenspatz“, ein Stück nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Rudolf Herfurtner, erzählt die Geschichte des kleinen Spatzenkindes Friedrich, der es als Nachzügler schwer hat, sich bei seinen Eltern und den Geschwistern Anton und Paula zu behaupten.

Während Anton und Paula schon fliegend die Umgebung erkunden, traut Friedrich sich den wortwörtlichen Sprung ins Ungewisse noch nicht recht zu. Der erste Flugversuch wird dann auch noch von der gierigen Katze gestört und endet mit einer Bruchlandung im Kellerschacht.

Dort trifft Friedrich auf die Ratten Sybrille, Knaller und Jonny. Zunächst stehen die drei Nager dem Spatzenkind sehr skeptisch gegenüber. Und auch Friedrich weiß nicht, ob er den Ratten trauen kann. Doch mit der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.

Sybrille, Knaller und Jonny schmieden einen Plan, um dem kleinen Friedrich, den sie Ratzenspatz nennen, dabei zu helfen, seine Flugangst zu überwinden.

Mit Ratzenspatz bringt Anne Sudbrack unter der Regie von Dörte Kiehn vom Tandera-Theater wieder ein zauberhaftes Figurentheaterstück auf die Bühne. Durch den ungewöhnlichen Einstieg – außer dem schon gespannt wartenden Publikum ist im Theater noch nichts für die Puppenspielerin vorbereitet – fordert Sudbrack die Fantasie der kleinen und großen Zuschauer. Da wird dank ihrer Vorstellungskraft ein Hutständer zum Baum und ein Koffer zum Keller. Mit fröhlichen Liedern lockert Sudbrack die Handlung immer wieder auf.

„Auf diese Art spielen die Kinder, da legen sie ein rotes Tuch auf den Boden und sagen: Das ist ein Haus“, sagt Sudbrack. Bei der Auswahl ihrer Stücke bringt die 51-Jährige ihr Wissen aus 28 Jahren Bühnenerfahrung ein. „Bei Theaterstücken für Kinder ist es wichtig, dass der Spannungsbogen richtig gesetzt ist, die Dramaturgie muss einfach stimmen“, so die Künstlerin.

Wichtig sei natürlich auch, dass sie die Geschichte glaubhaft rüberbringen könne, fügt Sudbrack hinzu. „Das Stück muss abwechslungsreich sein, nicht nur von den Bildern her, deshalb habe ich auch viele Lieder eingebaut“, sagt die Puppenspielerin.

Gut 20 Gäste kamen zur ersten öffentlichen Aufführung des Stücks „Ratzenspatz“ am Mittwoch in das Männeken-Theater in Apen-Hengstforde. Die nächste Gelegenheit, das Stück zu sehen, das für Kinder ab vier Jahren geeignet ist, haben Besucher, am Sonntag, 17. November, um 11 Uhr im Männeken-Theater (Hauptstraße 377), in Hengstforde.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake