Brake - „Das Buch ist eine Hommage an meine Oma“, erzählt Autorin Anke Bär zu Beginn der szenischen Lesung am Freitag im Haus Borgstede & Becker des Schiffahrtsmuseums. Unterstützt wurde sie an dem Nachmittag von Leo Mosler, Schauspieler vom Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“.
„Besetzt! Hau ab! Du kannst hier nicht bleiben!“ So beschreibt Anke Bär in „Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte“ die Begrüßung des 15-Jährigen auf dem Segelschiff. In der fiktiven Geschichte will der kleine Wilhelm im Jahr 1872 von Bremerhaven mit einem Schiff in die Vereinigten Staaten von Amerika fahren, um dem Elend seines kleinen Dorfes im Spessart zu entkommen. Er hat gehört, dass auf der anderen Seite des Atlantiks alle Menschen glücklich seien und es dort Goldstücke so groß wie Fäuste gebe.
„Meine Großmutter spielt auch in der Rahmenhandlung des Buches eine Rolle“, verrät Anke Bär. Sie habe ihr als Kind viele Geschichten erzählt, die sie inspiriert hätten. Auch das Schiffahrtsmuseum in Brake habe einen Teil zum Inhalt beigetragen. „Ich habe mich von den nautischen Geräten hier beeinflussen lassen“, sagt die Autorin. Ebenso wie diese Apparate wird beispielsweise die Tatsache erklärt, dass Salzwasser Seife unbrauchbar macht.
Gerade diese Ergänzungen machen das Buch neben Reiseskizzen, detailverliebten Ergänzungen sowie handschriftliche Anmerkungen, eingeklebten Bildern oder Nachzeichnungen von historischen Dokumenten nicht nur für Kinder interessant, findet Anke Bär. Durch die clevere Aufmachung ihres 64-seitigen Buches gelingt es ihr indes, die Menge an Informationen kindgerecht zu bündeln.
Die szenische Lesung war leider nur mäßig besucht. Die Kinder, die da waren, verfolgten das Geschehen um den mutigen Wilhelm aber mit großem Interesse.
