Bissel - Wie ein kleines Dorf Hunderte von Menschen zum Feiern motivieren kann, das zeigte am Wochenende die Dorfgemeinschaft Bissel, die das Dorfjubiläum zum 200-jährigen Bestehen auf die Beine gestellt hatte, eindrucksvoll. Sei es der Kommersabend am Freitag (siehe Artikel links), Malwettbewerb und Kinderdisco am Sonnabend (Artikel unten) oder als Höhepunkt der große Festumzug am Sonntag: „Die Veranstaltungen waren gut besucht und alle waren gut drauf. Bisher kam von allen Seiten nur Lob“, sagte Achim Cording vom zwölfköpfigen Organisationsteam zufrieden. Cording war am Sonntag zusammen mit Stefan Seeger zuständig für den reibungslosen Ablauf des Festumzuges.

106 Gruppen, darunter allein 13 Fuß- und Radfahrergruppen, hatten sich am Sonntag auf dem Stoppelfeld nahe des Festplatzes bei der Genossenschaft Bissel versammelt, um sich auf eine 5,7 Kilometer lange Strecke durch den Ort Bissel zu begeben. Vereine, Firmen, Clubs und Straßengemeinschaften aus der ganzen Gemeinde Großenkneten sowie aus Nachbargemeinden hatten Festwagen oder Fahrräder liebevoll geschmückt und sich größtenteils dazu auch originell verkleidet. „Ganz besonders freut uns, dass so viele von jenseits der Kreisgrenze, vor allem aus Beverbruch, mitgemacht haben“, sagte Gertrud Schönhoff von der Dorfgemeinschaft. Zugute kam den Veranstaltern, dass erst im Juni das Dorf Haschenbrok sein Dorfjubiläum feierte. Viele Gruppen, die hier am Festumzug teilgenommen hatten. reaktivierten ihre Wagen für eine Neuauflage in Bissel. Die Großenkneter Gemeindeverwaltung beteiligte sich mit einem Wagen unter dem Motto „Everkneter“ in Anspielung auf die Partnerschaft Großenkneten-Evergem. Mit einer langhaarigen Perücke „getarnt“ fuhr auch Bürgermeister Thorsten Schmidtke mit.

Aus zahlreichen Lautsprecherboxen dröhnten wummernde Beats, dagegen versuchten sich zahlreiche Musikgruppen zu behaupten. Fröhliche Menschen winkten zu den Zuschauern herunter, die die Straßenränder säumten. Zudem regnete es von etlichen Wagen Bonbons und Lollis für die Kinder, und den erwachsenen Zuschauern am Straßenrand wurden unter anderem Kurze, Bier, Brot, kleine Häppchen und sogar Sangria aus dem Eimer gereicht. Zum Glück feierte auch das Wetter mit und ließ die Veranstaltung im Trockenen über die Bühne gehen.

Mehr als zwei Stunden dauerte es, bis alle Wagen wieder am Festplatz angekommen waren. Hier boten sich zur Stärkung verschiedene Imbissbuden und Getränkestände an. In der Festhalle an der Genossenschaft hatte das Frauennetzwerk Großenkneten eine Cafeteria eingerichtet. Am Rande sammelte die Dorfgemeinschaft Feldsteine für ihre „Stein-reich-Aktion“. Den dicksten Brocken, einen rund 300 Kilo schweren Stein, brachte Herbert Martens auf einem Anhänger aus Littel mit. Mit der „schafen Abschlussparty“ in der Festhalle klang das Jubiläums-Wochenende aus.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg