Schortens - Das idyllischste Fleckchen in Schortens, um einen goldenen Oktober-samstag zu genießen, war vermutlich der Klosterpark. Rund um den Pavillon unter den alten Kastanien hatten die Klosterpark-Freunde bereits zum fünften Mal zum Maronenfest eingeladen und erlebten auch diesmal einen großen Zuspruch von Besuchern. Mildes und vor allem trockenes Herbstwetter trug seinen nicht unerheblichen Anteil zum Gelingen bei.

Über dem Buchenholzfeuer röstete Hans-Peter Thiemann Kastanien – allerdings nicht die bitteren Rosskastanien, die die Bäume im Park schon abgeworfen haben, sondern die vor allem in Süddeutschland und Frankreich weit verbreiteten Esskastanien oder auch Maronen. In den Ländern rund ums Mittelmeer gehören Maroni fast zur Grundnahrung und werden, teilweise zu Mehl gemahlen, in vielen Speisen verwendet. Maronen schmecken etwas nussig, leicht kartoffelig und sind sehr aromatisch. 30 Kilogramm hatten Thiemann und Mitstreiter der Klosterpark-Freunde angeritzt und geröstet. Der Verkaufserlös ist für weitere Aktionen im Park bestimmt.

Mit zum Gelingen beigetragen hat auch das benachbarte Umweltzentrum, das seine Apfelsaftpresse herangeschafft hatte. Vor dem ersten Schluck Apfelsaft stand allerdings eine Menge Arbeit: Die Apfelernte im Klostergarten, dann waschen, schälen und kleinschnippeln der Früchte und schließlich die Arbeit an der Presse, in der die Apfelstücke zu Mus gequetscht wurden und aus der schließlich der Apfelsaft herausfloss. Frischer und regionaler geht’s dafür aber nicht.

Mancher, der zum ersten Mal Maronen probierte, nagte anfangs etwas skeptisch am Knabberartikel aus dem Wald; doch den meisten schmeckten die Herbstfrüchte. Auch wenn die Esskastanie hierzulande nicht unbedingt viele Anhänger hat – die Zahl der Maronenfreunde aus Schortens wächst von Jahr zu Jahr.

„Für mich gehört das zum Herbst dazu. Auch wenn wir unsere Klosterpark-Kastanien nicht rösten können, weil sie eine Wildform sind, schafft das Rösten über dem offenen Feuer eine schöne herbstliche Stimmung, die offensichtlich auch vielen Schortensern gefällt“, freut sich Hans-Peter Thiemann. Er schaufelte eine Ladung Maroni nach der anderen auf den Grill.

Damit die Kastanien noch besser munden, wird mit einem Glas Punsch nachgeholfen. Alkoholfreier Punsch, versteht sich, den die Klosterparkfreunde um Ronald Brandes und Udo Borkenstein anbieten, wärmt von innen und trug auch zum stimmungsvollen Fest bei.

Brandes kündigte an, dass es im nächsten Jahr neue Veranstaltungen geben soll, die den Klosterpark mehr und öfter als Park und Ausflugsziel ins Bewusstsein nicht nur der Schortenser bringen soll. Man denke dabei an Picknicks, aber auch an kleine Konzerte oder Schauspiel im Park.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever