KöLN - Es kann nur einen John McClane geben, den Helden des New York Police Department. „Hör zu, Kleiner: Wenn’s ein anderer machen würde, wär ich sofort weg“, raunt er. Und ist er wieder da: Zwölf Jahre nach „Die Hard 3“ springt, ballert und blutet McClane alias Bruce Willis wieder auf der Leinwand. Dabei reiht sich „Stirb Langsam 4.0“ (in Anlehnung an eine Computer-Programmversion) in die Tradition seiner Vorgängerfilme ein, zumindest was Figurenzeichnung und Action betrifft. Und das ist auch gut so – der Action-Fan will keine Überraschungen. Er will McClane, so wie er ist. Hart und unsterblich.
Was hat sich geändert? McClane ist geschieden. Und er ist einsam. Seine Taten wurden ihm nicht gedankt, Tochter Lucy kehrt ihm den Rücken. McClanes Dilemma besteht bekanntermaßen darin, „immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein“. Dieses Mal gerät er – bei einem scheinbaren Routinejob – in die Wohnung des Computerhackers Matt Farrell (Justin Long), den er dem FBI übergeben soll. Farrell steht auf der Abschussliste von Thomas Gabriel
(Timothy Olyphant), der die gesamte Infrastruktur der USA lahm legen will.
Und damit sehen wir, was sich noch geändert hat: Wir befinden uns im Zeitalter des Internets und im Jahr sechs nach dem 11. September – daran kamen Drehbuchautor Mark Bomback und Regisseur Len Wisemen natürlich nicht vorbei. Die neue Bedrohung ist der virtuelle Terrorismus: Die Errungenschaften unserer Zeit sind zugleich ihr Untergang. Denn, wenn alles computergesteuert ist, genügt – grob gesagt – ein Mausklick, um die Welt zu zerstören.
Einen Tag vor dem Unabhängigkeitstag, am 4. Juli, hacken sich Bösewicht Gabriel und sein internationaler Stab, in die gesamte Infrastruktur der Stadt ein und legen sie Schritt für Schritt lahm: Verkehr, Börse, das ganze System. An seiner Seite steht die hübsche Asiatin Mai, gespielt von Hongkong-Star Maggie Q die sich mit Bruce Willis einen harten Kung-Fu-Kampf liefert. Der Detective versucht mit bewährten Methoden gegen die Bedrohung anzutreten. Doch von digitalen Systemen hat er keinen blassen Schimmer, weshalb ihm die Figur des jungen Matt zur Seite gestellt wird. Dieses Mal sind es also zwei, die nicht tot zu kriegen sind: Wenngleich immer lädierter, kriechen der Action-Held und der Technik-Freak immer wieder aus den Trümmerhaufen oder brennenden Tunneln heraus.
Zum Schmunzeln ist übrigens McClanes Kampf mit einem F-35-Bomber. Während der harte Glatzkopf mit einem ziemlich unhandlichen Sattelschlepper über eine Brücke rast, wird er von dem Kampfflieger befeuert, alles hinter ihm bricht ein.
