Augustfehn - „Es lohnt sich, das Buch zu kaufen und zu lesen“: Karl-Heinz Matten, Vorsitzender des Freizeit- und Kulturkreises Augustfehn, begrüßte rund 40 Gäste am Sonntag zur Lesung in der Bürgerschule. Der Kölner Autor Werner Baatz, 1939 in Oberschlesien geboren, stellte sein autobiografisches Buch „Das Vorzeichen meiner Kindheit“ vor.

„In meinem Buch lasse ich die fünf V lebendig werden, die mich geprägt haben: Vaterlos – Vertrieben – Verachtet – Verlassen – Verzeihen“, erzählte Werner Baatz, der von 1946 an einige Jahre in Apen gelebt hat. „Das Werk ist ein sehr lebendiges Zeitdokument, das anschaulicher nicht sein könnte“, so der Autor. Das Buch sei für jüngere und ältere Leser gleichermaßen interessant: „Es zeigt, wie ein Mensch sein Leben trotz schwieriger Startbedingungen meistern kann.“

Das Erzählen über das in seiner Kindheit Erlebte und die damit verbundenen psychischen Verletzungen, die er bis ins hohe Alter im Unterbewusstsein mitgeschleppt habe, gehe ihm immer noch sehr nahe. Um sich von dieser Last zu befreien, habe er das Buch geschrieben, das als Zeitzeugnis des Geschehens zwischen 1939 und 1954 angesehen werden solle.

Bei seinen Recherchen war ihm eine Ausarbeitung von sieben Schülerinnen und Schülern der Klasse zehn der Realschule Augustfehn des Unterrichtsjahres 1984/85 äußerst hilfreich. Dieses Dokument sei ihm von der Schule zur Verfügung gestellt worden. Anwesend war die Mutter eines ehemaligen Schülers sowie der damalige Kursleiter Rolf Renken, dem der Autor mit einer Urkunde dankte.

Werner Baatz, Vater von zwei Söhnen, lebt heute mit seiner Frau in Köln. Nach der Lesung einiger ernster und heiterer Passagen aus seinem Buch erinnerte er mit einigen statistischen Daten an die beiden Weltkriege.

Die Buchpräsentation „macht uns stolz und ist auch ein Stück Wertschätzung für unsere kleine Gemeinde“, betonte Bürgermeister Matthias Huber und fügte hinzu: „Schön, dass Sie trotz dieser schweren Zeit positive Erinnerungen an die Gemeinde Apen haben.“