Köln - Der Kölner Dombaumeister Michael Hauck soll offenbar nach nur zwei Jahren aus dem Amt scheiden. Aus Kirchenkreisen war zu erfahren, Haucks Verhältnis zu seinen Mitarbeitern sei stark belastet. Im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch) bestritt Hauck die Vorwürfe. „Ich war immer ein Teamspieler“, sagte der 54-Jährige. Die Anschuldigungen empfinde er als „tiefe Enttäuschung und eklatanten Vertrauensbruch“. Er habe einen Anwalt eingeschaltet, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Das Domkapitel beschäftigte sich in seiner monatlichen Sitzung am Dienstag mit dem Fall. Da es sich um eine Personalangelegenheit handle, könnten keine weiteren Erklärungen abgegeben werden, teilte das Gremium anschließend mit. Ein Sprecher der Dombauhütte sagte, Hauck sei krank gemeldet. Nach Informationen der „Kölnischen Rundschau“ wird Hauck als „cholerisch und misstrauisch“ beschrieben. Bevor er seinen Posten vor knapp zwei Jahren übernahm, war er Dombaumeister von Passau.

Bisher blieben Kölner Dombaumeister solange im Amt, bis sie in Rente gingen oder starben. Einen vorzeitigen Weggang wegen eines schweren Zerwürfnisses hat es nach Lage der Akten in der 766-jährigen Geschichte der Kölner Dombaumeister nicht gegeben. Haucks Vorgängerin Barbara Schock-Werner hatte sich gerade großer Beliebtheit erfreut und war weit über Köln hinaus bekannt. Die „Kölnische Rundschau“ berichtete am Mittwoch, als möglichen neuen Dombaumeister sähen viele Haucks Stellvertreter Peter Füssenich. Dieser sei nicht nur ein ausgewiesener Fachmann, sondern gelte auch als „ausgesprochen menschlich“.