Warfleth - Dass Komponisten sich über ausführende Musiker freuen, kommt vor. Dass ihre Begeisterung so groß ist, dass sie diesem oder jenem Musiker eine neue Komposition widmen, geschieht schon seltener. Aber dass ein Komponist, der seinem Handwerk bereits „Adieu“ gesagt hat, sich nach dem Ende seiner Karriere von einem Musiker so fasziniert zeigt, dass er doch noch einmal zu Feder und Notenblatt greift, ist ein einmaliger Vorgang in der Musikgeschichte.

Johannes Brahms ist er widerfahren und Richard Mühlfeld (1856-1907), dem Soloklarinettisten des Meininger Orchesters. Brahms hörte Mühlfeld Mozart blasen und war so hin und weg, dass er umgehend anfing, Kompositionen für Klarinette zu schreiben – je ein Trio und ein Quintett sowie zwei Duosonaten; vier späte Meisterwerke, eines schöner als das andere, Mühlfeld gewidmet und mit ihm an der Klarinette uraufgeführt.

In der Konzertreihe „Berne bringt ...“ sind am Samstag, 18. März, drei der vier meisterlichen Klarinettenwerke von Brahms zu hören – mit einem würdigen Nachfolger Mühlfelds: dem Klarinettisten Patrick Messina.

Kritiker nennen Messina den „König der Klarinette“ und ergehen sich in Lobeshymnen, etwa über seine „betörende Spielkunst“ und den „akustischen Sog“, den sie entfalte, das „Strahlen seines facettenreichen Spiels“, dessen „würdevolle Lyrik“, „eine Pracht: heiter, virtuos und klangvoll entspannt.“

Für Messina gehören die Brahms-Klarinettenwerke zu den Lieblingsstücken, die er häufig in Kammermusikkonzerten spielt – meist mit seinem eigenen Trio, gern aber auch mit Freunden wie der amerikanischen Pianistin Nina Tichman und dem britischen Cellisten Oren Shevlin. Zuletzt 2010 haben sie sich so die Freude am Miteinander-Musizieren geteilt; in Warfleth feiern sie nun „Reunion“ – man darf gespannt sein!

Der „Brahms-Gipfel Warfleth“ am Samstag, 18. März, beginnt um 19.30 Uhr in der Konzertkirche in Warfleth, Deichstraße 120. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Karte kostet 30 Euro, Platzvergabe nach Bestelleingang unter t  04406/ 920046 oder per E-Mail unter berne-bringt@t-online.de. Eintritt frei für Schüler, Studenten, Geburtstagskinder und Erwerbslose.