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Schlosskapelle Königin der Instrumente ohne Pfeifen

Melanie Jepsen

Neuenburg - Holzwürmer und Schimmel haben der Orgel in der Schlosskapelle Neuenburg über die Jahrzehnte zugesetzt. Der Motor zischt, die Klaviatur schlägt Wellen und quietscht. Viel Arbeit steckt Orgelbaumeister Harm Dieder Kirschner aus Weener in die Sanierung der Orgel, die Johann Claussen Schmid im Jahr 1875 gebaut hat. Er wirkte vorwiegend im Oldenburger Land.

Windlade restauriert

„Die Windlade der Orgel haben wir schon restauriert“, berichtet der Orgelbaumeister. Auch einige Register, die im Laufe der Jahre verändert worden seien, führe er wieder zum originalen Klang zurück. Ebenso müssen die Pfeifen gereinigt und die mechanische Konstruktion überholt werden. Seit 1980 wurde die Orgel nicht mehr saniert. Im September begann der Orgelbaumeister aus Weener mit den Arbeiten.

Damit die Orgelmusik in der Neuenburger Schlosskapelle auch während der Restaurierungsarbeiten weiter erklingen kann, stellte Harm Dieder Kirschner der Kirchengemeinde eine kleine Orgel zur Verfügung. Für ihn sei eine Restaurierung wie diese immer interessant: „Man begibt sich dabei auf Spurensuche, wie es mal gewesen war.“

Voraussichtlich Ende Mai 2017 solle die Sanierung der Orgel abgeschlossen sein, sagt Wolfgang Corell vom Gemeindekirchenrat. „Wir freuen uns sehr darauf, weil es schon schwierig war, besonders für die Organistin. Sie konnte man bedauern.“ Gertrud Schedl spielt die Orgel bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Konfirmationen.

Eine Restaurierung sei auch eine Frage des Geldes, sagt Wolfgang Corell. Einen Großteil müsse die Kirchengemeinde immer selbst aufbringen. „Je kleiner die Gemeinde, desto schwieriger ist es“, sagt er. Regelmäßig solle künftig die Orgel durch den Orgelbauer gewartet werden, kündigt Wolfgang Corell an. Vielleicht seien zudem auch Konzerte an der Orgel möglich.

Komplexes Instrument

„Das Instrument ist sehr komplex“, sagt Natalia Gvozdkova, Orgelsachverständige des evangelisch-lutherischen Oberkirchenrates, und verweist auf die vielen Pfeifen des Instrumentes. Die sanierungsbedürftige Windlade sei an einigen Stellen geflickt gewesen. „Nun ist die Zeit gekommen, sie zu restaurieren. Das ist wie ein Mensch ohne Lunge“, erklärt Natalia Gvozdkova. Nun könne die Orgel für die nächste Generation erhalten werden. „Wir haben zudem entschieden, die Prospektpfeifen wieder klingen zu lassen“, sagt sie. Bislang seien diese nur Schmuck gewesen. Das Engagement der Kirchengemeinde finde sie beachtlich, lobt die Orgelsachverständige.

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, solle die Orgel wesentlich strahlender, klarer und präsenter klingen, meint Natalia Gvozdkova. „Die Orgel ist ein Teil der Geschichte.“

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