KöNIGSLUTTER - Die Schönheitskur für eines der größten romanischen Bauwerke in Norddeutschland geht zu Ende. Die seit 2001 laufende Restaurierung der landläufig als Kaiserdom bekannten Stiftskirche in Königslutter bei Helmstedt sei fast abgeschlossen, sagte Tobias Henkel von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz am Freitag.

Im Zuge der Arbeiten waren zunächst Schäden an der Fassade des fast 900 Jahre alten Gebäudes behoben worden. Seit 2004 sind die Restaurateure im Innenraum tätig. Dabei sei es vor allem um den Erhalt der Wandmalereien gegangen, erläuterte Henkel. Sie waren vor rund 120 Jahren bei der letzten großen Restaurierung der Kirche entstanden und durch aus dem Mauerwerk austretende Salze gefährdet.

Damit das künftig nicht mehr geschehen könne, sorgten Computer jetzt für eine konstante Luftfeuchtigkeit von rund 60 Prozent, erklärte der SBK-Direktor. Richtschnur für die Restaurierung seien nicht mittelalterliche Originale, sondern die im 19. Jahrhundert vorgenommenen Änderungen gewesen, sagte Henkel: „Wir haben uns bewusst für die historisierende Denkmalpflege entschieden.“

Insgesamt hat die Stiftung rund 8,6 Millionen Euro in das in ihrem Besitz befindliche, fast 900 Jahre alte Bauwerk investiert. Nur einen „recht kleinen Anteil“ davon habe der Bund beigesteuert, sagte Henkel. Außerdem hätten Privatleute durch Spenden die ebenfalls erforderliche Restaurierung der Orgel mitfinanziert. Die hohen Aufwendungen hätten sich aber gelohnt, betonte der Stiftungspräsident, Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann (CDU). „Schließlich ist der Kaiserdom unser Flaggschiff.“

Die offizielle Wiedereröffnung des Gotteshauses findet am Ostersonntag, 4. April, statt. Darüber hinaus ist für die kommenden Monate ein umfangreiches Konzert- und Festprogramm geplant.

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