Seefeld - Um kurz vor 13 Uhr ist im Mühlencafé kaum noch ein Platz frei. An jedem Tisch sitzen Menschen und klönen, vor sich eine Portion Grünkohl mit Pinkel, Kochwurst, Kassler und Kartoffeln.
Gelungene Premiere
Die Premiere der Aktion „Gemeinschaft geht durch den Magen“ ist gelungen. Zum ersten Mal haben die Kirchengemeinden Seefeld, Schwei und Schweiburg zum kostenlosen Essen eingeladen, das jetzt an jedem vierten Donnerstag im Monat von 12 bis 14 Uhr angeboten wird. Ziel dieser von der Landeskirche geförderten Aktion ist es, Menschen bei Tisch zusammenzubringen und so die Dörfer zu stärken.
„Eine tolle Idee“, sagt Lore Nölle, die Leiterin der Seefelder DRK-Senioren. „Sehr lecker“, lobt Heike Barre, eine der drei Vorsitzenden der Seefelder Landfrauen, das Essen. Doch das ist es nicht allein: „Man setzt sich auch zu Leuten an den Tisch, die man noch nicht so gut kennt. Das fällt auch mir selbst nicht immer leicht.“
Die meisten der etwa 30 Gäste kommen aus Seefeld. „Ich bin der einzige aus Schweiburg“, sagt Gerd Thümler. „Da müssen nächstes Mal mehr aus unserem Dorf kommen.“ Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn das nächste Essen wird am 28. Februar im Schweiburger Gemeindehaus serviert.
Neben der Eingangstür sitzen vier Gäste aus Schwei an einem Tisch. „Es schmeckt lecker, wir sind sehr zufrieden“, spricht Hanna Pannek für alle. Dem Schweier Kirchenältesten und stellvertretenden Bürgermeister Helge Thoelen scheint die Beteiligung aus Schwei etwas gering zu sein: „Die Schweier kommen in Schichten“, sagt er. Tatsächlich erscheint einige Minuten später Pastorin Heike Jakubeit in Begleitung.
Gerd Riemer springt ein
Sie wird am 28. Februar in Schweiburg Chili con Carne kochen. Für den 28. März lädt die nach Schwei ein. An diesem Donnerstag hätte in Seefeld Pastor Walter Janßen kochen sollen, doch er ist erkrankt. Für ihn ist Gerd Riemer eingesprungen, einer der Freizeit-Köche, die jeden Herbst in der Mühle ein Vier-Gänge-Menü zubereiten.
Der 67-jährige frühere Leiter des Felten & Guilleaume-Prüffeldes kocht seit 20 Jahren. Seitdem er Rentner ist, hat er zu Hause die Küche ganz übernommen, obwohl seine Frau Ilse hervorragend kocht, wie er betont. Im Mühlencafé ist sie für den Nachtisch zuständig.
Gerd Riemer hat 30 Portionen Grünkohl gekocht. Er findet es schwierig, für Gäste zu kochen, von denen er weder die Zahl noch die Ankunftszeit weiß. Er regt an, dass sich die Teilnehmer anmelden.
Für solche Anregungen ist Sebastian Rann zuständig, der die Aktion beim Diakonischen Werk Wesermarsch begleitet. Auch zu den nächsten Mahlzeiten will der 28-jährige Sozialarbeiter kommen.
