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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Gott und die Welt

27.06.2019

Während den christlichen Kirchen die Glaubwürdigkeit und als Folge auch zunehmend die Gläubigen abhanden kommen, wächst zugleich die Bedeutung von Religion im Islam, wenn auch vielfach vergiftet mit Gewalt und Fanatismus. Bücher zum Thema haben Konjunktur. Während in Deutschland Navid Kermani mit „Ungläubiges Staunen“ als Moslem das Christentum kritisch durchmustert hat, veröffentlichte der französische Erfolgsautor Emmanuel Carrére mit „Das Reich Gottes“ eine Mischung aus historischer Erzählung über die Anfänge des Christentums, Dokumentation und Autobiografie. Im Zentrum steht die Frage des Agnostikers Carrére, wieso auch rationale Menschen an Dinge glauben können, gegen die der Verstand sich sträubt. (Emmanuel Carrère: „Das Reich Gottes“, btb 71511, 12,-)

Heilige sind auch nur Menschen, zum Beispiel der Kirchenlehrer Antonius von Padua. Michael Köhlmeiers atmosphärisch sehr eindringliche Novelle zeigt den Freund des Heiligen Franziskus in seinen Sterbestunden, in denen er auf sein bewegtes Leben zurückblickt und sich die Frage stellt, wie das Böse in die Welt kommt und ob sein Tun und seine Predigten etwas gegen dies Böse bewirkt haben. (Michael Köhlmeier: „Der Mann, der Verlorenes wiederfindet“, dtv 14700, 10,90)

Aus der Bücherflut zu Martin Luther, die im Lutherjahr 2017 erschien, ragte auch Feridun Zaimoglus Roman „Evangelio“ heraus. Erzählt wird die berühmte Episode, in der Luther, versteckt auf der Wartburg, an der Bibelübersetzung arbeitet. Der Witz des Romans ist jedoch der Erzähler, ein katholischer Landsknecht, der den Geächteten als eine Art Body Guard beschützen soll. (Feridun Zaimoglu: „Evangelio“, Fischer TB 70246, 11,-)

Der Büchner-Preisträger Martin Mosebach ist der seltene Fall eines überzeugten Anhängers des konservativen Katholizismus’. Der Sündenfall der Kirche, so die Grundthese seiner Streitschrift, sei das Zweite Vatikanische Konzil mit seinen Modernisierungen und Gegenwartsbezügen gewesen. Er verteidigt die klassische römische Liturgie als eine Form, „die jede Spur des Subjektiven auslöscht“, gegen wissenschaftliche, archäologische und historische Verbrämungen. (Martin Mosebach: „Häresie der Formlosigkeit“, rororo 00024, 15,-)

Die geradezu idealtypische Antithese zu Mosebach liefert Alain de Botton, indem er danach fragt, was Atheisten und Agnostiker vom kulturellen Reichtum der Religionen lernen können. (Alain de Botton: „Religion für Atheisten“, Fischer TB 19458, 12,-)

Klaus Modick über Bücher zu Religionen, Heilige und Atheisten.

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