Wilhelmshaven - Eine „Komödie“ verspricht uns der Sklave Pseudolus (Benno Schulz), das Enfant terrible des Musicals „Toll trieben es die alten Römer“. Doch das Stück nach Plautus mit Musik von Stephen Sondheim, das in der Inszenierung von Landesbühnen-Oberspielleiter und Intendant im Stadttheater Wilhelmshaven Premiere hatte, roch eher nach derber Posse, mittelprächtiger Klamotte – bestenfalls nach der Stegreifkommödie des Mittelalters, der Hanswurstiade.

Der Kitt, der das Musical zusammenhielt, waren weniger die mager gestreuten Songs von Stephen Sondheim, sondern die zahlreichen Running Gags, die Olaf Strieb großzügig mit der Streudose über die Inszenierung ausbreitete.

Sicherlich ist die Geschichte um die hübsche Kurtisane Phidia (Marianne Curn), die gleich von mehreren Männern begehrt wird, zu dünn, um zweieinhalb Stunden (inklusive Pause) sinnvoll füllen zu können. Zumal der Wortwitz in der Vorlage von Shevelove und Gelbart zu kurz kommt. Dafür rennen die Protagonisten gegen Kulissen: die flitterstreuende Phidia grundsätzlich gegen jeden Türrahmen und der Greis Erronius (Stefan Ostertag) immer gegen die gleiche Hauswand.

So musste denn jeder im Publikum für sich selbst entscheiden, ob der wie ein Känguru hopsende und ständig schreiende Hysterium (Holger Spengler) witzig ist, ob man lachen muss, wenn der Hauptmann Miles Gloriosus (Paul Lücke) vom Blick eines zwei Meter hohen Balkons schlotternde Knie bekommt oder Pseudolus sich ein ums andere mal aus der Affäre zieht, indem er seine Häscher narrt.

Ein grundsätzliches Problem der Inszenierung ist, dass sie mit sieben Statisten arbeitet. Auch hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es Sinn macht, die jugendlichen Damen Lydia Amen, Mareike Gerdes, Catherina Holtemeyer, Steffanie Menke und Anke Spilker als krampfhaft um erotische Ausstrahlung bemühte Kurtisanen und Jesper Hoeft und Michael Scheffler als wenig furchteinflößende Soldaten ins Rennen zu schicken.

Weder negativ noch besonders positiv fielen Thomas Marx als geiler Sennex und Aom Flury als Kuppler Lycus auf. Dass Jarno Stiddien (Hero) und Sybille Hellmann (Domina) singen können, wussten wir. Und dass Marianne Curn stimmlich indisponiert war, fiel gar nicht weiter ins Gewicht.

Tempomacher des Stückes ist Benno Schulz als Sklave Pseudolus, eine Aufgabe, der Schulz irgendwie gewachsen ist. Bleibt zu sagen, dass das Stück gut ausgeht: Erronius findet seine Kinder, Hero bekommt seine Phidia und der Hauptmann wieder seine Schwester. Der Applaus war langanhaltend, aber letztlich doch auch endenwollend.