• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

KUNST: Komischer Ritter von trauriger Gestalt

07.12.2007

OLDENBURG Klaus Beilstein trifft Don Quichote: Der Ritter von der traurigen Gestalt hat den Künstler 40 Jahre lang begleitet. 1968 erschien eine Grafikmappe mit schwarzweißen Darstellungen zum spanischen Granden, jetzt breitet der Künstler in der Oldenburger Galerie „kunstück“ aus, was er in den letzten Jahren zu diesem Stoff noch erarbeitet hat.

Beilstein ist ein fleißiger Künstler, der einem Thema ungewöhnlich viele Seiten abgewinnen kann, besonders, weil Malerei und grafische Techniken viele Variationen erlauben, die allein auf Farbenspielen basieren. Der Künstler muss die Romanwelt von Cervantes nicht verlassen, um eine Fülle von Facetten aus dem Umkreis des spanischen Helden zu malen und zu zeichnen, die er stets in heiter karikierender, leicht zugespitzt übertreibender Art zu Papier und Leinwand bringt. Dies ist auch die eigentliche Leistung, dass er über Jahre hinweg den gleichen Ton in der Darstellung gehalten hat. Das gilt auch für die Landschaften, in der sich die Mühlen drehen, die Don Quichote als Feind betrachtet.

Geübt in einer differenzierenden Wiedergabe von Landschaftsstimmungen von Moorhausen erhalten auch die spanischen Hügel das saftige Grün vor den Toren Oldenburgs. Don Quichote und Rosinante – sind sie real oder Schemen?

Beilsteins Zeichnungen in Farbe spiegeln beide als literarische Erfindung voller Kuriositäten, aber ohne Leiblichkeit. Die versammelt sich in Sancho Pansa, dem dafür die spirituelle Fantasie des Herrn fehlt. Die Schau wird bis zum 21. Dezember gezeigt.

Träume schaffen Situationen, und diese zu malen, hat sich Barbara Daling in der Galerie „Art Forum“ in Oldenburg vorgenommen. Einige haben die Berge Kretas als Hintergrund, andere eine Zimmerwand und stehen einem Stillleben nahe, doch der erzählerische Zug rückt scheinbare traumhafte Handlungen in den Vordergrund wie den Lauf jener Schnecke, die einen Ausweg aus einem Salzkreis sucht. Einem Vogel macht der Kreis nichts aus, einem Papiervogel schon gar nicht. In den Bildern herrscht Humor, doch ist er kaum amüsant, weil sie immer mit intendierter Schwere einer Bedeutung für das Leben trotz surrealer Unverbindlichkeit belastet sind.

Renate Rucks Plastiken aus Stahl, Eisen oder Bronze unter dem Generalthema „Metallballaden“ gehen häufig von einfachen Formen, Kugeln, Streifen und Streben aus, die zusammengesetzt werden. Dabei entstehen plastische Bilder, die an humane oder animalische Bewegungen erinnern. Das Kleine weist auf Monumentalität. Ein anderes Merkmal ist die Entwicklung von Schwung und Bewegung der Linien innerhalb der Plastiken, die dadurch einen tänzerischen und musikalischen Zug gewinnen. Renate Rucks Stärke als Bildhauerin liegt in der Arbeit mit einfachen Formen, die sich Assoziationen öffnen (zu sehen bis zum 22. Dezember; geöffnet donnerstags und freitags 17–20 Uhr, sonntags 11–15 Uhr).

24 Künstler zeigen im Raum der Sezession Nordwest in der Virchowstraße in Wilhelmshaven verschiedene Versionen vom Stuhl als Kunstwerk. Hier sind die Stühle zum Sitzen eher ungeeignet. Offenbar interessiert die konventionelle Funktion des Stuhles die Künstler weniger als die Frage, wie kann das Sitzen verhindert werden?

In dem für eine solche Ausstellung viel zu kleinen Raum in der Virchowstraße scheinen die Stühle zusammenzuwachsen und ein Gesamtkunstwerk zu ergeben, in dem vom Thron bis zum Holzscheit auch eine Hierarchie der Sitzgelegenheit entstanden ist.

Wer an die Sitzfläche als möglichen Platz gedacht hat, verziert Lehne und Armstützen, mit der Folge, dass jemand, der sitzt, nichts von der Kunst am Stuhl sehen kann.

Auf Überraschungen wird nicht verzichtet: In einer Installation rückt ein Toilettendeckel ins Blickfeld. Wer ihn anhebt, schaut in einen Spiegel und hört einen Satz, der daran erinnert, dass versprochen worden war, den Deckel nicht zu heben. Christa Marxfeld-Paluszak, Peter Geithe und Jürgen Wild sind als Initiatoren überrascht worden von der Vielfalt der Einfälle. Diese Schau dient auch dazu, auf die Renovierung der Bestuhlung im Stadttheater Wilhelmshaven aufmerksam zu machen, wo ab Januar die Künstlerstühle noch einmal ausgestellt werden. Die Schau ist bis zum 20. Dezember in der Sezession Nordwest in der Virchowstraße 37 zu sehen (mittwochs und donnerstags 16–19 Uhr).

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.