Ganderkesee - Zu zwei Dritteln ist die Festhalle am Steinacker in diesen Tagen ein Faschingstempel: mit bunten Fahnen an der Decke, aufwendigen Kulissen über der Theke, einer perfekt ausgeleuchteten Bühne und 800 gut gelaunten Gästen an langen Tischen. Das letzte Drittel indes kennen nur Aktive und Offizielle: Und hier präsentiert sich die Festhalle weitgehend unverkleidet als das, was sie ist – eine Sporthalle.

Das ist gut so, denn Umkleide- und Geräteräume werden gebraucht für die Büttenabend-Logistik. Und für ein bisschen Spaß hinter den Kulissen. Den haben die Helfer und Aktiven Abend für Abend. Während die „Künstler-Klause“ im hinteren Umkleidraum vor allem von den Garden belagert wird, machen die Männer vom Bühnenaufbaukommando (BüKo) es sich in ihrer „kleinen Kneipe“ unter der Prinzen- und Präsidiumsempore gemütlich: Wenn alle eng beieinandersitzen, findet ein gutes Dutzend Gäste Platz auf den beiden Bänken vor der Theke, wo am Sonnabend Detmar Köhler den Zapfhahn bedient. Aber langes Herumsitzen ist ohnehin nicht drin, vielmehr prägt ständiges Kommen und Gehen die Szene auf den gut zehn Quadratmetern. Die BüKo-Helfer müssen immer wieder raus auf die Bühne zum Auf- und Abbauen, dafür gönnt sich der eine oder andere Kappenträger gerne mal zwei Etagen tiefer ein kleines Pils-Päuschen vom Schunkeln und Klatschen auf der Empore. Oder einer der Redner ölt vor dem Auftritt noch kurz die Kehle.

Gleich nebenan geht’s hoch zur Bühne. Der Geräteraum in der hintersten Hallenecke dient als Aufmarschzone. Gelegentlich wird viel Platz gebraucht, wenn etwa die Ex-Prinzen und -Prinzessinnen vor ihrem Chorgesang hinterm Vorhang Schlange stehen. Für diese und andere große Gruppen werden auch die Umkleideräume in der Halle benötigt, während Rednern und Musikern die Container-Klassenräume auf dem Schulhof als „Rückzugsgebiet“ zur Verfügung stehen.

Um dort hinzugelangen, müssen sie durch die Umkleidekabinen zum Gang auf der anderen Seite: Lang, schmal und vom Neonlicht grell ausgeleuchtet, präsentiert der Flur sich so gar nicht faschingsfroh – die ernsten Mienen der Security-Männer an der Tür passen ins Bild. Permanent Bewegung herrscht an den Büttenabenden aber auch hier: Garden und Tanzgruppen wärmen sich auf und üben noch einmal ihre Schritte ein. Und immer wieder ertönt auch hier ein lautes „Ganderkesee . . . hinein!“ Und: „He geiht!“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)