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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kommissar Dupin ermittelt auf Inseln vor Concarnau

26.11.2014

Berlin Bereits zum zweiten Mal darf nun ein Franzose ermitteln: „Kommissar Dupin - Bretonische Brandung“ heißt der neue Fall, der an diesem Donnerstag (20.15 Uhr, ARD) zu sehen ist. Georges Dupin (Pasquale Aleardi) freut sich auf ein freies Wochenende mit seiner Ex Claire (Esther Zimmering), die eigens aus Paris anreist und die er liebend gerne zurückgewinnen möchte. Doch dazu kommt es erstmal nicht, denn etwa zehn Seemeilen vor Concarneau, am Strand der malerischen Insel Saint Nicolas, werden die Leichen von drei Seglern angespült. Liebend gerne würde der Kommissar das Ganze als Unfall abtun, doch die Toten hatten allesamt neben Alkohol auch ein starkes Betäubungsmittel im Blut.

Einer der Toten, der Geschäftsmann Lefort, wollte auf der naturgeschützten Insel eine riesige Feriensiedlung errichten, was keinem der Anwohner so recht gefallen hat. Alsbald stellt sich heraus, dass weder Leforts melancholische Schwester Muriel (Alma Leiberg) noch der militante Meeresbiologe Leussot (Michael Wittenborn) oder die unnahbare Restaurantbesitzerin Solenn (Marie-Lou Sellem) höchstens die halbe Wahrheit sagen. Jeder von ihnen scheint ein Geheimnis zu haben - und je weiter Dupin in die Welt dieser verschworenen Inselgemeinschaft vordringt, desto tiefer gerät er in ein haarsträubendes Labyrinth aus Korruption, Eifersucht, Rache und Intrigen.

Das könnte alles auch an der deutschen Nordseeküste spielen, dann wäre es aber vermutlich etwas steifer und vor allem wortkarger geraten. Doch dann wäre das Ermittlerteam sicher stimmiger: Pasquale Aleardi, Schweizer mit griechisch-italienischer Abstammung, mag ja durchaus als smarter Franzose durchgehen (wobei er auch als Spanier oder Portugiese überzeugen würde) - aber das Ding mit Claire vergeigt er. Und seine beiden Kollegen Kadeg (Jan Georg Schütte) und Riwal (Ludwig Blochberger) wirken sehr blass. Soviel Nüchternheit und Sachlichkeit wünscht man sich wirklich in keinem französischen Kommissariat.

Monsieur le Commissaire ist lieber am Meer, nicht darauf. Fisch mag er eigentlich auch nicht. Und er sagt ziemlich oft „So ein Scheiß“, wobei doch der französische Ausdruck „merde“ viel klarer klingt. Aber so ist das nun mal in deutschen TV-Krimis, die im Ausland spielen: Da sprechen alle aus unerfindlichen Gründen perfekt deutsch, und die Hauptfiguren werden äußerlich ein bisschen auf das jeweils passende Erscheinungsbild getrimmt. Da genügt oft schon ein Bart oder entsprechende Kleidung oder etwas landestypische Musik: hier sind es natürlich französische Chansons, während der melancholisch dreinblickende Held über einem Glas Rotwein oder einem Pernod brütet. Immerhin läuft Dupin nicht mit einer Baskenmütze auf dem Kopf oder einem Baguette unter dem Arm herum.

In dem ziemlich umspannenden und viel zu routiniert erzählten Fall (Regie: Matthias Tiefenbacher) ragen vor allem die wirklich schönen Landschaften heraus: Die Küste zeigt sich pittoresk zerklüftet, der blaue Himmel diskret bewölkt; die türkisfarbene Bucht lädt zum Bade, und selbst munter aus dem Wasser springende Delfine dürfen da nicht fehlen. Eigentlich also die perfekte Gegend für einen erholsamen Urlaub in der tatsächlich zauberhaften Bretagne. Und die gleichnamige, viel bessere Romanvorlage von Jean-Luc Bannalec sei hier wie dort dringend zur Lektüre empfohlen.

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