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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Komponist entführt Zuhörer auf einsame Insel

26.09.2016

Oldenburg Es hat ein bisschen was von einer Reise durch Ort und Zeit, das 2. Sinfoniekonzert. In Kooperation des Oldenburgischen Staatsorchesters unter der Leitung des Generalmusikdirektors Hendrik Vestmann mit dem Netzwerk „Klangpol“ und dem Verein „Oh ton“ ist das Programm „Einsamkeit und Stille“ entstanden. Zeitgenössische Werke von Erkki-Sven Tüür, George Benjamin und Luciano Berio, die, so in der Ankündigung zu lesen, „auf dem besten Weg sind, moderne Klassiker zu werden“, stehen hier neben Beethovens Sinfonie Nr. 2, die zur Zeit der Uraufführung als exzentrisch aufgefasst wurde, heute hingegen als eine der klassischen Sinfonien schlechthin gilt.

Auf eine einsame Insel entführt der estnische Komponist Tüür mit seiner Komposition „Insula deserta“ für Streichorchester. Darin besticht er mit dichter Textur aus breiten Klanggebilden und Polyrhythmik, die er mit klassischer Harmonik und Melodik kontrastiert.

Die Reise führt weiter in klirrende Kälte, in die Benjamin mit „A Mind of Winter“ für Sopran und Orchester versetzt. Aus eisiger Stille heraus zeichnet Vestmann mit Benjamins Klangsprache eine makellose Schnee-und Eislandschaft nach. Die Sopranistin Sarah Tuttle setzt mit großer Strahlkraft warme Akzente.

Nicht weniger unkonventionell als Tüürs, Benjamins und Berios Musik für das heutige Publikum, war Beethovens Sinfonie Nr. 2 für die Ohren seiner Zeitgenossen. Mit ihrem für die Zeit modernen Duktus hat sie mitunter provoziert. Als „crasses Ungeheuer“ wertete Friedrich Rochlitz das Werk 1805 in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“. Ganz anders ist die Wahrnehmung in der heutigen Zeit, in der die Erhabenheit und die Fröhlichkeit dieser klassischen Musik hochgehalten wird.

Aus gegenwärtiger Perspektive verwundert vielmehr, wie der Komponist in der Zeit seiner fortschreitenden Taubheit ein Werk schuf, das durch raumgreifende Vitalität, Verspieltheit und Lebensfreude besticht. Einen kernigen, kraftvollen und frischen Ton fordert Vestmann vom Oldenburgischen Staatsorchester ein. Dabei kostet er die Stilwechsel und Brüche im Gestus aus, die Lesarten jenseits allumfassender Fröhlichkeit eröffnen.

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